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Reisen

Die Erde ist schön... / Earth is Beautiful

...aber was die Menschen aus ihr machen, kann nicht immer so bezeichnet werden. Hier sowie auf meiner Website finden Sie Ausschnitte meiner Reisen und den Versuch, einen Einblick in die Landschaften, Kulturen und Menschen zu geben.

Reise-Blog von Beatrix Hachtel

But what the people make from it, can not always be described as beautiful. Travel Blog to landscapes, cultures and people by Beatrix Hachtel

Und wieder – Indien!

Indien Posted on Mi, Dezember 12, 2012 05:22:55

Dezember 2012:

Und wieder – Indien!

Die Eindrücke in Mumbai – so kurz ich doch auch dort war – waren reichhaltig und finden einmal Eingang auf meiner Website. Da man nächtlicherweise mit dem Flieger ankommt und sich dann mit der Zeitumstellung erst mal zusammen raufen muß, ist Mumbai für mich 2 Tage Pflicht, bevor es weiter geht.

Diesmal war ich in Colaba untergebracht: direkt am Wasser, einen Steinwurf weg vom Gate of India und dem Taj Mahal Hotel. Man erinnert sich: vor einigen Jahren fand hier der Anschlag statt, der um die Welt ging. Seither sind rund um diese Schmuckstücke erhebliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Auch nachts sitzt an jeder Ecke ein Polizist oder wachmann, aber die Atmosphäre ist entspannt und lebensfroh. Mir macht das möglich, auch noch nach Mitternacht loszuziehen, um was zu essen zu suchen.

Eine weitere Mühsal ist eine neue Regelung, die mehr Ausdruck indischer Paranoia ist denn irgendeine vernünftige Wirksamkeit hat: Wer eine Simcard möchte, muß nun 4-5 Tage warten, bevor die frei geschaltet wird. Ein Antragsformular so dick wie der Visumsantrag muß mit Passbild eingereicht werden, dann wird geprüft. Das Ganze soll dazu dienen, Terroristen abzuschrecken, die nur für einen Anschlag ins Land kommen und dabei Telefone brauchen. Na ja – man kann sich den Effekt auf zukünftige Terroristen leicht ausrechnen: sie bringen halt eigene Telefone vom Ausland mit und haben dann halt das teurere Roaming. Aber gut. Jedenfalls bin ich Tagelang von der Aussenwelt abgeschnitten.

In Pune bin ich diesmal im Mädchenheim untergebracht. Und wieder bin ich erstaunt über die entspannte und fröhliche Stimmung der Mädchen im Haus, die sich hier sichtlich wohl fühlen. Einen Abend schleiche ich mich dazu, wie sie in der dunklen Halle gemeinsam einen Film schauen. Viele dieser Kinder haben ja keine Familie mehr in dem Sinne – aber hier entfaltet sich ein Gefühl von Heimat, von zu Hause sein, von Gemeinschaft. Sehr berührend, sehr beeindruckend.

Mein erster Einsatz ist im Boys Hostel – wie schon letztes Mal ein ungemein freundlicher Empfang!

Hier ein paar Bilder aus den Gruppen, die mit mir Eurythmie machen durften. Alle Bilder wurden von Vivekhbadar gemacht – er hat sie mir liebevollerweise zur Verfügung gestellt: – zum Vergrössern einfach drauf klicken!

Der vorletzte Herr hier oben ist der Englischlehrer Amar Gaikwad, der die Übersetzungen schmeisst. Daneben auf dem letzten Bild Vivekhbadar, der Heimleiter. Er hat mich gestern gerettet, indem er mir seine 2. Simkarte geliehen hat….!!!

Und dabei musste ich doch tatsächlich in diesem Wahnsinnsverkehr Nachts auf dem Motorrad heimgebracht werden, weil nichtsanderes mehr fuhr. Diese Wahnsinnsfahrer lassen oft ja nur ein paar Zentimeter zwischen sich und dem Nachbarn – egal ob das ein Karrenschieber, ein Fußgänger oder ein Laster ist. Dazu kommen das Tempo des Verkehrs und die Schlaglöcher. Langer Rede lkurzer Sinn: ich hatte die Wahl zwischen Panik und Schreikrämpfen – oder Augen schliessen. Ich habe mich zu letzterem entschlossen und eine ruhige Heimfahrt genossen…

Viele Menschen haben mit geholfen, daß diese Reise und Aktivitäten möglich werden konnte – ich möchte mich an dieser Stelle dafür herzlich bedanken. Schon jetzt ist deutlich geowrden, wie gut es war, erneut hier her zu kommen… !!!



Eurythmy Therapy and more Institutions

Indien Posted on Sa, Dezember 10, 2011 15:35:16

Wie geht Heileurythmie ohne gemeinsame Sprache – und was ist aus mir geworden? – How to work with eurythmy therapy with no common language – and what’s become of me here in India?

Wer hier mitgelesen hat, erinnert sich: Jivak, der Arzt, hatte mich einmalig im Himalaja getroffen und jenseits von wenigen Stunden Kunsteurythmie keine Ahnung, was ich eigentlich beruflich treibe. Immerhin sehr mutig, mich einzuladen. So geht es zu Anfang erst mal um die Frage, was ich eigentlich mache. Und nicht nur Jivak will das wissen – jeder fragt mich. Und natürlich möchte jeder gerne eine persönliche Einführung, statt auf einen allgemeinen Einführungsabend zu warten. Die ersten Tage bin ich fast nur am Reden. Und wundere mich, warum meine Stimme nicht mitmacht. Erst viel später realisiere ich, daß der beständige Lärm von Rikhshas, Hupen, Dröhnen und sonstigem aktustischem Ausdruck indischer Lebensfreude für einen ständig anwesenden Lautstärkepegel sorgt, den ich nicht gewohnt bin und zu übertönen versuche.

Who here has read along, recalls: Jivak, the doctor who had once met me in the Himalayas and – beyond a few hours eurythmie as an art – has no idea what kind of a therapy I am working with – which possibilities this has and what it requires. After all: very brave, to invite me. So it is only a beginning to look around the question of what I am doing. And not only Jivak wants to know – everyone asks me. And of course everyone likes to have a personal introduction, rather than to wait for the general introduction at one of the evening. The first days I’m almost just talking. And I wonder why my voice gives up. Only much later I realize that the constant noise of Rikhshas, horns, drones and other Indian acustic expressed joy: this ever-present volume, which I’m not used to, kills my voice because I talk louder than usual.

Untergebracht bin ich in einem Zentrum dieser internationalen Buddhistischen Bewegung, aus der viele NGO-Projekte entsprungen sind – unter anderem eben auch die Heime, die ich jetzt sehe. Dieses Zentrum beherbergt einen großen Andachtsraum, eine Bibliothek mit unzähligen Büchern zum Buddhismus und Religionen im Allgemeinen sowie eine Küche, die jeden verköstigt, der zur rechten Zeit kommt.

I am housed in a center of the international Buddhist movement, from which many NGO projects have arisen – including just the homes that I see now. This center houses a large prayer room, a library with numerous books on Buddhism and religions subjects in general as well as a kitchen, the feeds everyone who comes at the right time.

Neben der Arbeit im Mädchenheim schickt mir Jivak eine Unmenge an Patienten, die zum Teil schon Jahrzehnte chronisch krank sind. Und ich stehe in den ersten Tagen voller Entsetzen zwischen der immensen Hoffnung, die diese Menschen in mich legen, und meinen Hilfeschreien an Jivak: denn natürlich brauchen derartige Gesundheitliche Probleme eine wirklich langfristige Betreuung und in 3 Wochen mit 5 Stunden ist da wirklich rein gar nichts auszurichten ausser vielleicht – wenn es gut geht – daß die Leute ein paar angenehme Stunden hatten durch die Übungen. Die Biografien, in die ich dabei schaue, sind mein erster wirklicher Kulturschock in diesem Land: arme Menschen, zum Teil ohne Schulbildung, die oft noch die Familien der Geschwister mit ernähren.

Besides working in the girl’s home Jivak sends me a ton of patients, some of which have been chronically ill for decades. And I stand in the first days in the terror between the immense hope which these people put in me, and my cries for help to Jivak: because of course such health problems need a real long-term care and in 3 weeks with 5 hours there is really absolutely nothing to gain except perhaps – if all goes well – that the people had a few pleasant hours through the exercises and a few new ideas. The biographies in which I look here are my first real culture shock in this country: poor people, sometimes without the education, which often feed the additional families of the siblings – what a difference to our well-of western countries.

Tja, und nun – die Übersetzungen: die erwachsenen Patienten, die sich nicht selber verständigen können, kommen mit Ehemann zur Anamnese – Jivak fand das ganz normal. Die Heileurythmie selber habe ich aber nun nur mit den Betroffenen gemacht, für etwaige Fragen haben wir Jivak in der Klinik als Übersetzungshilfe angerufen – in Indien geht eben alles.

Well, now – the translations: the adult patients who can not communicate theirself are coming with their husband for the medical history – Jivak found that perfectly normal. But the Eurythmy therapy itself I have now done only with the person itself: For any questions we have called Jivak in the clinic as a translation device – just in India, anything goes.

Im Mädchenheim organisiere ich mir kurzfristig im Last-Minute-Verfahren einen Übersetzer hier aus dem Haus, der sich für die erste Stunde der Mädchen aufopfert – und danach geliefert ist. Wir haben für den Anfang traumatisierte Mädchen ausgewählt, die unter diversen Symptomen (Alpträume, Bauchweh und sonstiges) leiden, aber lächeln konnten und hoffnungsvoll erschienen und sich in der Einrichtung wohlzufühlen scheinen. Diese asiatischen Herzen fliegen einem ja im Fluge zu – aber darf ich mit Kindern, die bereits von Menschen geschlagen, getreten, mißbraucht wurden, an mich binden – für 3 Wochen, und dann bin ich wieder weg? Sicher nicht. Ich wähle für die Behandlung den schwereren Weg und stelle diese 11-12 jährigen von vornherein auf sich selber: ich stütze und erwecke in ihnen Selbstsicherheit und Unabhängigkeit. Hier im Asiatischen Raum, der eigentlich keine Privatsphäre kennt, sicher ein ungewöhnliches Verfahren. Aber die Entscheidung erweist sich als richtig. Für die 2. Behandlung der Kinder helfen Eingangs in paar Minuten mal der Englischlehrer aus, mal eine sehr gut englisch sprechende Betreuerin, die mehrere Stunden dabei bleibt. Ab der 3. Behandlung sind alle Mädchen mit mir alleine, wobei wir meist zu Beginn der Stunde jemanden haben, der kurz für die allfälligen Fragen zur verfügung steht: Wie geht es Dir? Gut geschlafen? Gab es etwas Besonderes? Der Rest geht ohne Dritte – und er geht gut, auch mit meinem größten Sorgenkind.

In the girls‘ home, I organize myself on short time in a last-minute procedure a translator here from out of the house: Amil, which sacrificed himself for the first hour of treatment of the girls – and is then finished. We have chosen to start with traumatized girls who can still smile and have various symptoms (nightmares, stomach aches and other), but appeared hopeful and seemed to feel comfortable in the facility. These Asian hearts fly to you, yes – so it would be very easy to work on that line and let them love me. But with children who have been beaten, dissapointed and traumatised by people and who were already abused – can I bind them to me for the just 3 weeks, and then I’m gone? Certainly not. I choose to treat the more difficult path and put this 11-12 years from the outset to theirself: I support and inspire in them confidence and independence. Here in the Asian region, in which the culture really knows no privacy, certainly an unusual procedure. But the decision proved to be correct. For the second treatment of the children I received help for just few minutes at the beginning of the lesson from the time English teacher, sometimes a very good English-speaking warden who stays here for several hours helps out. From the 3rd Treatment are all the girls with me alone, and we usually have at the beginning of the day someone who is able to translate any possible questions: How are you? Did you sleep well? Was there something special? The rest goes without a third party – and works well, even with the child which is my biggest concern.

Und dann die Einführungen: Wieder ganz Indien! Die erste Einführung ist in einem Tempel, in dem Jivak normalerweise seine Stunden gibt: Eigentlich weiß er, daß wir für das Bewegen Platz brauchen. Aber das ist nun seine Lösung: 40 m2. Statt 20 Leuten sind nur 6 da, die anderen sind in irgendeiner anderen Veranstaltung. Also fange ich halt an mit einer Einleitung im Sitzen. Im Laufe der nächsten 40 Minuten tröpfeln weitere 18 Leute ein und wir verlagern die praktische Einführung kurzerhand auf eine Woche später. Aber eben auch dieses ist Indien: ich habe nie eine spirituellere Einführung zur Eurythmie gehalten als hier – das würde bei uns keinen interessieren. So wird das ein tief bewegter Abend mit diesen fremden und zunächst distanzierten Menschen, in dem viel Nähe und Verbindung geschaffen wird. Überhaupt ist das eine Signatur der ersten Woche: wenig ist so organisiert wie wir das in Deutschland kennen und das Meiste wird kurzfristig wieder umgearbeitet – aber alles erweist sich als GENAU RICHTIG. Ist auch das eine spirituelle Gesetzmässigkeit dieses Landes, daß das unregulierte Chaos eben auch viel mehr geistiges Leben möglich macht, das sich nach seinen eigenen Gesetzen spontan entfaltet, als in unserem durchstrukturierten – oder sollte man sagen: durchmechanisierten – Land?

And then the introductions: again all typical India! The first launch is in a temple in which usually Jivak gives his buddhistic sessions: Actually, he knows that we need moving space. But this now is his solution: 40 m2. But instead of 20 people there are only six, the others are in some other event. So I started with the introduction by talking and just sitting. Over the next 40 minutes, another 18 people dribble in and we summarily relocate the practical introduction to one week later in an other room. But also this is India: I have never held a more spiritual introduction to eurythmy as here – nobody would be interested in our country to that approach. So that is a deeply moving evening with these at first strange and distant people and a closeness and a linkage is formed. It is a signature of the first week that little is organized the way as we know it in Germany, but a huge amount of organisation goes behind the courtains through Jivak and just in time. BUT: inspite of the seemingly chaos everything turns out to be EXACTLY RIGHT. Is this a spiritual law of this country: that the unregulated chaos makes just a lot more spiritual life possible, which spontaneously develops under its own laws, then in our highly structured – or should one say: mecanisiesed – country, where there seems to be no more time and energy to be spiritual and emotional moved?

Kugelübungen bei der ersten Einführung / Excersise with balls in the first introduction:

Die ersten Tage bergen so viel Neues, so viele Herausforderungen, daß ich kaum schlafe und dann irgendwann – siehe oben – meine Stimme kollabiert. Ab Donnerstag bin ich krank, ausgeschaltet und bekomme keinen Ton mehr raus. Das Wochenende in dem Retreat bringt dann neue Kräfte und diese Woche jetzt ging Problemlos.

The first few days involve so many new things, so many challenges that I sleep little and then eventually – see above – my voice collapses. Starting Thursday, I’m sick and get no more sound out. The weekend at the retreat, then brings new strength and this week went without problems now.

Das Heim für die Jungens /The Hostel for the Boys:

Ca 80 Jungen leben, lernen, essen und schlafen hier auf ca 2x 100 m2 – und sind damit glücklich: sie wissen, daß sie alternativ auf der Strasse betteln oder in den Feldern arbeiten müssten. Statt dessen bekommen sie eine Schulbildung. Die Geschichten sind nicht anders als im Mädchenheim.

Approximately 80 boys live, learn, eat and sleep here at about 2 x 100 m2 – and are happy: they ought to know, alternatively, that they beg on the streets or working in the fields. Instead, they get an education. The stories are no different than in the girls‘ home. All the pictures are made ba the leader VIVEKBHADRA from this place called Lohegaon.

Hier werde ich vor die Mannschaft mit dem Englisch Lehrer als Übersetzer auf einen Stuhl gesetzt, und 2 Kulturen begegnen sich staunend. Die Schüler stellen Fragen, ich antworte. Viel wird auch gelacht, vor allem am Anfang.

Here I got a chair infront of the whole team and the boys with the english teachers as a translator, and two cultures meet each other in amazement. The students ask questions, I answer. Much laughter is there, especially at the beginning.

Irgendwann möchte einer der grösseren Jungs ein deutsches Lied von mir hören. Spontan denke ich an das russische kalinka, das ich zum Stabwerfen mit dem Rhythmus vv_ nutze. Nur – wo sind Stäbe? Am Ende werden mit viel Aufwand in der Nachbarschaft diese beiden Stöcke aufgetrieben – und der fragestellende Schüler läßt sich auf das Abenteuer ein. Da dieser Rhythmus in Pune offensichtlich auch zum Beifallklatschen verwendet wird, endet das Experiment damit, daß beide Stöcke fliegen, die Schüler klatschen und ich Kalinka singe – mit Beschleunigung: der Junge war fit.

Eventually one of the bigger boys want to hear a German song of mine. I spontaneously think of the Russian Kalinka, which I use for the eurythmy excercise of throwing sticks with the rhythm vv_. But – where are rods? In the end, with a lot of effort some are raised in the vicinity of the place – and the questioner pupils is in for an adventure. Because this rhythm is used in Pune obviously also for the applause, the experiment ends with both sticks flying, the students clap and I sing the Kalinka – with acceleration of speed: the boy was fit!

Im Mädchenheim / In the Girl´s Hostel

laufen diverse Tanzprogramme am Nachmittag: erstklassige, richtig gut tanzende Männer kommen, bestätigen und befeuern diese Mädchen, geben ihnen Freude und Selbstwertgefühl. Auch Karate oder eine ähnliche Kampftechnik sehe ich einen Nachmittag. Ich beginne zu verstehen, wie diese Erfolge und Veränderungen in den Kindern geweckt werden.

Meanwhile various dance programs in the afternoon happen fro the girls: first class, really good dancing men are teaching, and fueling these girls, give them joy and self-esteem. I begin to understand how these successes and changes are awakened in the children. Also one martial arts session I get to watch.

Das „Children of Sexworkers-Project“:

Ziemlich weit ausserhalb von Pune liegt diese Einrichtung / This facility is pretty far outside of Pune.

Hier leben knapp 90 Kinder von Prostituierten. Das Schicksal dieser Kinder ist auch für indische Verhältnisse erschütternd. Die Mütter legen die Kleinen, wenn der Freier kommt, unter das Bett. Ist das Kind nicht ruhig, wird es mit Opium still gestellt. Da die Mutter oft HIV-infiziert ist, sind viele Kinder hier Vollweise, da sie natürlich keinen bekannten Vater haben.

Here are living nearly 90 children of prostitutes. The fate of these children is staggering even by Indian standards. The mothers put the little ones, if a customer comes, under the bed. If the child is not calm, it is silenced with opium. Since many mothers are (or were) infected with HIV, many children are here full orphanages, because they obviously have no known father.

Diese Kinder machen auch jetzt noch tagtäglich die Erfahrung, daß sie für ihre Umgebung der letzte Dreck sind: die Bewohner der Nachbarschaft werfen schon mal mit Steinen.

These children make the experience even now, every day, that they are treated like dirt from their outside environment: the residents of the neighborhood even occasionaly hrow stones at them.

Die Kinder werden zum Teil schon mit 6 Monaten in der Einrichtung aufgenommen. Je ein älteres Kind betreut ein jüngeres Kind mit – in Indien ja ein völlig normales Vorgehen. Nur zum Schulgang verlassen sie das Gelände.

The children are accepted in part already at the age of 6 months in the facility. Each older child cares for an a younger child – in India, this is a perfectly normal procedure. Only for school visit they leave the grounds.

Die Ältesten lernen irgendetwas und tragen die erworbenen Fähigkeiten zurück in die Gemeinschaft. Hier lernen die Kinder auch, Gemüse anzubauen, so daß sie sich später mal selber versorgen können, wenn sie eigene Familie haben.

The elders learn something and take back the acquired skills in the community. Here the children learn for example to grow vegetables, so that they can feed themselves in later times, when they have their own family.

Einige Ältere führen mir einen Tanz auf: von einer Bauernfamilie, die auf Regen wartet, der nicht kommt. Die Bilder hierzu müssen warten, da ich die Videos hier nicht bearbeiten kann, aber eines wird deutlich: diese jungen Menschen wissen, was Leid und Verzweiflung ist.

Some older girls perform a dance, which is about a farming family that is waiting for rain that does not come. The pictures about this have to wait, because I can not edit the videos here, but one thing is clear: these young people know what is sorrow and despair.



Adventures on a weekend

Indien Posted on So, Dezember 04, 2011 14:46:55

Eigendlich sollte ich etwas über meine Arbeit schreiben – aber ich komme schlicht nicht hinterher. Daher stelle ich mal ein paar Bilder ein von meinem Wochenendausflug – abenteuerlich genug war er:

I know, I should write something about my work – but I am simply behind my scedule. Therefore, I put a few pictures from my last weekend – it was adventurous enough:

Da meine Stimme sich grundlegend verabschiedet hat, entscheide ich mich für einen Tag Ruhe und möchte buddhistische Höhlen besuchen, ca 1 Stunde Zugfahrt weg von Pune. Jivak übergibt mir „last minute“ im Zug ein Paket für einen Freund, man erfreue sich an dem Bild eines fast leeren Abteils:

As my voice has left me fundamental, I opted for a day of rest and wanted to visit Buddhist caves, which are about 1 hour train ride away from Pune. Jivak handed me a „last minute“ package over in thee train for a friend, you may enjoy a picture of a nearly empty train compartement:

In der Nähe ist ein Retreat von der Gemeinschaft, bei der ich hier unter gkommen bin. Offensichtlich unangemeldet und unerwartet treffe ich hier nach Einbruch der Dunkelheit ein, im wahrsten Sinne ahnungslos.

Nearby the caves is a retreat from the Pune-community in which I am guest here. Apparently unannounced and unexpectedly I arrive here after dark, literally clueless what will expect me.

Nach dem Lärm und Spektakel in Pune ist das hier das reinste Paradies – und auch ohne den Vergleich mit Pune wäre es das – allerdings auch mit allen Facetten…. Mit Taschenlampen laufen wir die letzten 2 km über einen von Hand geebneten Pfad der Gemeinschaft.

After the noise and spectacle in Pune, this is the purest paradise – and even without the comparison with Pune it is one – …. but with all facets. With flashlights we walk the last 2 km of a by hand flattened path of the Community.

Diese beiden Herren sind 2 der 3 Bewohner dieser grossen Anlage an diesem Wochenende und zaubern dem unerwarteten Gast ein Abendbrot.

These two gentlemen are two of the three residents of this great facility at this weekend, and conjure the unexpected guest a dinner.

Ich bekomme gleich einen ganzen Trakt zugewiesen, in dem niemand ist ausser der Natur und werde mit den Worten verabscheidet: „Always close the door, never open ist“. Na ja…? Ach ja – und es habe Schlangen hier – die haben aber Angst vor uns – immerhin wohnen wir in ihrem Haus. Ja, eben ganz buddhistisch gedacht.

I get a whole wing assigned to myself, in which no one is there – besides me and the nature. My host leaves me with the words: „Always close the door, never open it.“ Well …? Oh yes – and there are snakes here – but they are afraid about us humans – after all, we live in her house… Yes, just a very Buddhist thinking. And the man means it, I can feel that.

Der erste Besuch ist von einer Fledermaus, die sich auf rätselhafte Weise in mein Zimemr verirrt. Es dauert eine Weile, bis das entsetzte Tier die nun geöffnete Tür und somit den Ausgang findet.

The first visit I get in the night is by a bat who gets lost in a mysterious way in my room. It takes a while before the terrified animal finds the now open door and thuscan make for an exit.

Nach Mitternacht werde ich nochmal wach, setze mich vor meinem Zimemr ins Freie und geniesse die milde Nacht. Ein Frosch hüpft vorbei und wie ich die Kamera aus dem Zimmer hole, um ihn zu fotografieren….

After midnight I’m awake again, I sit before my Room outside and enjoy the balmy night. A frog hops past and when I do get the camera out of the room to take his picture ….

… sehe ich diesen Gast hier – 1 m weg von meiner Tür. Ich bleibe vorsichtsalber auf meinem 1,5 m Abstand, habe aber irgendwie den Eindruck… – und richtig. Am nächsten Morgen erfahre ich: diese Lady ist eine schwarze Viper. Sehr nett.

… I see this guest here – 1 m away from my door. I stay on my calf with coution, it is just 1,5 m away from my roomdoor, but somehow the impression hasst something questioning, scarring … – And correct. The next morning I learn this lady is a black Viper. Very nice

Hier ein paar Bilder des Retreats – ich begegne noch mehr Schlangen, aber alle sind groß und schnell und damit nach Definition des Hauses nicht giftig.

Here are some pictures of the retreat – I meet even more snakes, but all are big and fast and therefore not toxic according to the definition of the house.

Am Vormittag dann wandere ich über die Felder hin zu den Höhlen – ein herrlicher Spaziergang über Land und an arbeitenden Menschen vorbei. Davon dann ein ander mal…

In the morning then I walk across the fields toward the caves – a beautiful walk over the country and along to working people. Of these, then at an other time



Ein Lebenstraum wird wahr

Indien Posted on Di, November 29, 2011 10:45:10

Ich lande mit dem Bus aus Mumbai auf irgendeiner Schnellstrasse auf der Rückseite eines riesigen Bahnhofs – und wer nicht da ist, ist Jivak.

But first things first .. :

I arrive by bus from Mumbai on a huge road, on first sight in the nowhere but then on the back of a huge train station – and who is not visible is Jivak.

Ein hilfsbereiter Inder ruft ihn an – er hatte auf der Vorderseite des Bahnhofs auf einen blauen Bus gewartet, derweil ich mit dem roten Bus offensichtlich wo anders lande. Mit im Auto seine Frau- und welche Überraschung: auch Asmita ist Ärztin und arbeitet in einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt in der internationalen AIDS-Forschung. Ein Nachmittag voller Gespräche und die Ereignisse überschlagen sich.

A helpful Indians calls him – and it turns out he was on the front of the station waiting for a blue bus, while I obviously reached somewhere else with the red bus. In the car with him is his wife Asmita – and what a surprise: even Asmita is a doctor working in a scientific research project in the international AIDS research. An afternoon of talks and events came thick and fast.

Jivak ist ein Ordensmitglied des buddhistischen Triratna-Ordens, der weltweit tätig ist. Der Orden hat diverse NGO-Projekte ins Leben gerufen, unter anderem den Karuna Trust, der Heime bereit hält, in denen Kinder der untersten Schichten zur Schule gehen können, statt auf dem Feld arbeiten zu müssen. In Pune gibt es ein Heim für Mädchen und eines für Jungen. Letzteres werde ich noch nicht mal ansehen können, so viel ist schon los.

Jivak is a member of the Buddhist Triratna Order, which is worldwide active. The Order has launched several NGO-projects, including the Karuna Trust, which holds ready homes, where children from the poorest people live and can go to school for free instead of working in the field. In Pune, there is a home for girls and one for boys. The latter I will not even see, so much is already to do.

Vater Alkoholiker, Eltern auseinander gegangen oder Vater gesorben, in 4-5 Fällen hat der Onkel die Mutter samt Kindern vor der Gewalt des Vaters zu sich ins Haus geholt. Mehrere psychiatrisch schwer erkrankte Mütter, diverse Väter, die Selbstmord beganngen haben.

An alcoholic father, or father which died, the parents parted. In 4-5 cases, the uncle of the mother takes her with children from the violence of the father to his house. Several severe psychiatrically sic mothers and several fathers who commit suicide.

Die Kinder, die wir gesehen haben, sind etliche Monate, maximal 1 Jahr in dem Heim. Nun sollte man eigentlich erwarten, in sich gezogene, verschreckte oder ängstliche Kinder zu sehen. Ja, einige haben Alpträume, ein Mädchen spricht nicht, mit uns aber schon. Etliche lasse ich mit den gespendeten Wachsblöcken Bilder für die Kinder in Deutschland malen und verspreche im Gegenzug, Bilder von Kindern aus Deutschland mitzubringen. Die eigentlich nur leicht in sich gezogenen Kinder verschwinden mit Papier und Farben und kommen mit leuchtenden Agen wieder: sie haben Bilder voller Hoffnung gemalt.

The children that we have seen, are several months or a maximum of 1 year in the home. Now one should expect, in the light of their experience to see frightened or anxious children. Yes, some have nightmares, a girl does not speak, but with us readily does. Several children I leave with the donated blocks of waxcolours to paint images „for the children in Germany“ and in return promise to bring pictures of children from Germany (and I am shure I will can do so). They dissappear with paper and colors and came back with glowing eyes: they painted pictures full of hope.

Wie erklärt sich die wundersame Verwandlung?

What explains this miraculous transformation?

Die Kinder leben in einem Heim, das nach Indischen Standard als Luxus gelten kann. Sie sind wunderschön gekleidet – ganz bestimmt nicht in den letzten Klamotten – und sehen durchweg wirklich gut genährt aus. Viele sind zu klein, weil es die Folge einer früheren Mangelernährung ist. Und sie alle scheinen fröhlich, neugierig und aufgeschlossen. Die Erzieherinnen sind wohlgelaunt, offen und herzlich. Nur ein Mädchen hat Heimweh – weil sie aus einer intakten Familie kommt, die aber möchte, daß sie hier zur Schule geht.

The children live in a home that applies to the standard of poor Indians as a pure luxury. They are dressed beautifully – certainly not in the last clothes – and are fed really well. Many are too small because it is the result of previous malnutrition. And they all seem happy, curious and open minded. The teachers are well-humored, open and warm. Only one girl is homesick – because it comes from an intact family, which wishes that she goes to school here.

Dies Bild wird aufgenommen, als die Kinder realisieren, daß ich jetzt zu einem Rundgang aufbrechen werde – Aufregung wie im Hühnerstall!

Bild: eine Erzieherin und der Heimleiter, der mit mir die Mädchenquartiere besichtigt, wo ich aufgeregt erwartet werde…

Die Neugierde mir gegenüber ist groß. Auch wenn die Kinder im wesentlichen mit dem Arzt kommunizieren und ich mich hinter meinem Laptop „verstecke“, verfolgen sie doch interessiert die Konversation zwischen mir und Arzt – und beantworten bereitwillig die Fragen, die ich über den Arzt hin stelle. Eine Geschichte ist so grausig, daß ich mich wundere, wie das Kind sie erzählen kann, ohne zu weinen.

The curiosity to me is great. Even if they communicate mainly with the doctor and I am hiding behind my laptop, they share couriously the conversation between me and the doctor – and willingly answer the questions that I ask down through Jivak. One story is so horrible, that I wonder how the child can tell this without crying.

Im Laufe des Nachmittags – ganz Indien – kommen die verschiedensten Leute uns in dem Health Camp besuchen – Heiler, Ärzte und andere Verantwortliche – und die Kinder bleiben auch bei vielen Gästen unbefangen.

During the afternoon – as might be typically in India – all sorts of people come visit us in the Health Camp – healers, more doctors and other officials – and the children remain at ease in spite of this many guests.

Die Kinder leben für ihre Verhältnisse in einem physischen wie auch sozialen Paradies, hat es den Anschein. Man schaue auf die Bilder, die ich noch aufladen werde. Und so leben sie auf. Wie sagt ein deutscher Dichter: Gib dem Menschen Kleider und Essen, die Würde ergibt sich dann von alleine.

The children live, for their standarts in a physical and social paradise, it seems. Just look at the pictures that I charge. And so they can live on in spite of individual tragedies. As a German writer says: Give the people clothes and food, is will then give them their dignity by itself.

Dieses Bild hier zum Schluß: es war das erste Bild, das ich in Auftrag gegeben hatte, gemalt von einem ca 11 jährigen Mädchen, das nicht spricht und sozial nicht interagiert. Hier das Ergebnis, das nicht auf Vorgaben beruhte:

This picture here was the first picture I ordered, it is painted by an approximately 11-year-old girl who does not speak and socially interact. Here are the results, the picture was not based on specifications of the task:

Ihr Haus ist kein Haus, sondern ähnelt einem Tempel. Die Tore sind weit offen, die Perspektive bereits klar erkennbar. Mit leuchtenden Augen kam sie mit dem Bild zu uns zurück. Und eine riesige Rose, die sie speziell für mich gemalt hat – ich werde mit ihr arbeiten können.

Her house is no house, but it resembles a temple. The gates are wide open, the perspective is already visible. With shining eyes she came back to us with her picture. And a huge rose she painted for me – I’ll be able to work with her.

Ach ja – ich habe zwar mittlerweile ein Telefon, aber keine funktionierende Internetverbindung. – Auch das soll sich aber lösen.



Gut angekommen

Indien Posted on Fr, November 25, 2011 16:49:36

Es ist schon so viel passiert, daß ich das natürlich gar nicht alles aufschreiben kann.

Zunächst mal reise ich – wie immer – mit Übergepäck. Allerine die Lederjacke versteckt noch mehrere Kilo an Büchern, Schokolade und Lakritze. Die Schokolade haben sich die Inder als Mitbringsel gewünscht.

Dann war der Ausblick aus meinem 1. Flieger recht beeindruckend – wer sitzt auch schon mal in Sichtweite eines Propellers?

Im 2. Flugzeug sitze ich neben einem Inder, der meine Geschichte hört: in Mumbai wird mich also der Freund eines Freundes von einem Freund abholen, den ich auch nur einmal gesehen habe. Und von dem, der mich abholen soll, habe ich nur den Namen, sonst gar nichts – kein Telefon, keine Adresse, kein Bild. Na so. Also, dafür daß ich nach Mitternacht in der Stadt ankäme, sei das aber doch mutig…?

Sonnenuntergang über dem Kaukasus

Der Freund über 3 Ecken kommt mit seiner Frau Gita, den Wagen fährt der Chauffeur – immerhin, es sit 1.30 morgends, und beide erweisen sich als gebildetes, englisch sprechendes junges Paar mit 2 schon grossen Kindern, die ausserordentlich offen, herzlich und fröhlich sind. Sie wohnen in der nördlichen Ecke des riesigen Zentrums von Mumbai auf 150 m3 und einem ganzen Stapel Zimmer. Er liebt Tiere und füttert die Krähen vor seinem Fenster mit allem möglichen. Ich versuche mal, ein paar Bilder hoch zu laden, weiß aber nicht, wie schnell die Verbindung ist.

Am Nachmittag war ich in der Stadt. An den Preisen, die mir die Händler anbieten, merke ich daß ich wohl noch sehr europäisch rieche – trotz Klamotten aus Kaschmir. Das Wetter ist warm und diesig, am Strand herrschte Ebbe und die Leute gingen aufs entstehende Watt um nach Tieren zu suchen. Und ja – ich finde mich schnell wieder zurecht und damit auch zu meiner Herberge zurück.