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Reisen

Die Erde ist schön... / Earth is Beautiful

...aber was die Menschen aus ihr machen, kann nicht immer so bezeichnet werden. Hier sowie auf meiner Website finden Sie Ausschnitte meiner Reisen und den Versuch, einen Einblick in die Landschaften, Kulturen und Menschen zu geben.

Reise-Blog von Beatrix Hachtel

But what the people make from it, can not always be described as beautiful. Travel Blog to landscapes, cultures and people by Beatrix Hachtel

Maccu Piccu

Peru Posted on Mo, August 23, 2010 17:43:02

Maccu Piccu – auch das waere also geschafft!

Es ist kaum vorstellbar, wie Maccu Piccu in der Landschaft liegt, und auch kaum beschreibbar, wenn man es nicht gesehen hat. Die umliegenden Berge sind so hoch und steil, wie ich es bislang noch nirgends gesehen habe! Manchmal neigen sich die steilen Formationen schon ueber und brechen dann Lage fuer Lage in gewaltigen Schichten ab ins Tal.

Ist man oben, eroeffnte sich ringsrum der Blick auf Schneeberge, derweil man viele hundert Meter tiefer das Flussbett sehen kann, das sich um den Berg windet.

Die alte Frage, worum es sich bei Maccu Piccu handelt, ob um eine Religioes-zeremonielle Staette, um eine Sommerresidenz des Koenigs oder Rueckzugsort fuer heilige Jungfrauen, beantworten die lokalen Fuehrer eindeutig: als einen Mystischen Ort. Dabei verweisen sie gerne auf ihre „Vorfahren“. Wir denken darueber anders, dennoch gehoert dieser Ort zu den sehenswertesten der Welt. Naeheres dann im Herbst auf der Website.

Jetzt sind wir in Puerto Maldonado, im Dschungel, und verschwinden fuer eine Weile von der Bildflaeche.

liebe Gruesse an alle zu Hause!



Titicacasee

Peru Posted on Fr, August 20, 2010 02:52:37

Am Titicacasee – Lebenswirklichkeit und Disneyland der Uros

Am Titicacasee (ausgesprochen Titichacha) zeigt sich wieder einmal: wir haben zu wenig Zeit. Manches Highlight lassen wir links liegen, erleben aber unsere ganz persoenlichen Hoehepunkte.

Der sehr ausführliche Reisebreicht mit sehr vielen Bildern findet sich nun auf meiner Website:

http://liebe-zur-erde.eu/titicacasee.html

und einem Video zu dem ursprünglichen Glauben der Uros:

http://www.liebe-zur-erde.eu/ursprunglicher_glaube_der_uros.html



Altiplano

Peru Posted on Di, August 17, 2010 20:08:00

Perus Altiplano in der Trockenzeit

Im Moment sind wir in Cusco angekommen,die Eindruecke stapeln sich ohne Changse, hier als Eïntrag abgearbeitet zu werden. Da ich zur Abwechslung mal eine halbwegs zuegige Internetverbindung habe, beginne ich heute mal mit den Bildern… dachte ich zumindest. Aber erst spinnt der Internetexplorer. Man kann halt nicht alles haben… nun habe ich den Ort gewechselt und erstmals in Peru gutes Equipment…!

Die hinter Arequipa aufragenden Berge wirken wie ein Riegel und begrenzen die Hochebene, das Altiplano, vom Westen her als Cordillera Occidental. Im Osten riegelt die Cordillera Oriental zum Regenwald und dem Amazonasbecken hin ab.

Dahinter erstreckt sich die Hochebene, die sich ueber tausende von Kilometern ueber Peru durch Bolivien und weiter nach Argentinien und Chile auf ca 3800 Hoehenmetern hinzieht. Obwohl der Pazifik im Westen und der Regenwald im Osten liegen, ist diese Hochebene ueberwiegend trocken. Die Atacamawueste ist die trockenste Wueste der Erde.

Wir reisen hier in der Trockenzeit, daher sind diese Weiten hier gelb gefaerbt von trockenem Gras. In der Regenzeit gehen hier regelrechte Wassermassen runter, dann ergruent alles. Anders als in Ladakh, wo jedes Tal wieder ganz anders ist und vielgestaltig, hat man hier den Eindruck einer gewissen Eintoenigkeit. Die Erde scheint einen Buckel zu machen, wobei weiter nicht viel mehr passiert.

Immer wieder werden die Weiten von kleinen Flusslaeufen und kleineren Seen durchzogen, an denen Voegel brueten. Das Gebiet ist laengst nich so ueberweidet wie wir das in Ladakh sehen mussten, im Gegenteil, hier haetten noch weit mehr Tiere Futter!

Hier oben leben Lamas, Alpakas, Schafe und wilde Vikunjas. Hier wilde Vikunjas an einer Wasserstelle:

An diesem See, der sich wundersamer Weise aus der Wueste schaelt, finden sich auch Flamingos, leider sind wir zum fotografieren zu weit weg.

Die Hochebene durchziehen kleine einzelne Ansiedlungen einzelner Familien, oft mehrer Kilometer voneinander getrennt. Somit haben die Kinder einen Schulweg on oft mehreren Stunden, wodurch sie von 9 Schulmonaten meist nur 5 Monate lang die Schule auch wirklich besuchen:

Einige der Gehoefte sind von den Familien fuer die Touristen zuganglich gemacht – wenn die Familie vor der Tuer steht und winkt, dann sind sie empfangsbereit, ansonsten nicht. Wir haben eine Familie besucht und fanden den Kontakt schoen und noch ganz unbefangen natuerlich, noch nicht touristisch als Affenstall wie spaeter am Titikakasee:

Die Hoefe sind rund angelegt, mit einer Aussenmauer und einer im Inneren nochmals kreisfoermigen Mauer. Drumherum gruppieren sich einzelne kleine Gebaeude, wie z.B. die Kueche, die Schlafraeume und manches andere. Wir wollten nicht ueberall reinschauen, obwohl wir eingeladen waren, solches zu tun. Hier ein eindruck von Haus und Herd und Nahrung:

Die Meerschweinchen oben sind – schockierend fuer unsere Kinder – ein ganz alltaegliches Nahrungsmittel fuer die Menschen und werden entsprechend gehalten.

Nun noch der Unterschied:

Das Lama oben, das Alpaka unten:

Andreas hat der Familie dann ein Spielzeug abgekauft – eine Steinschleuder, die dort tatsaechlich verwendet wird! Die Familie war darueber gluecklich und hat sich sehr bedankt, wir haben uns ueber die menschliche Begegnung gefreut, die noch nicht vom „Money-Making“ gepraegt war.

Und weiter demnaechst!



Reisefieber

Peru Posted on Sa, August 14, 2010 16:06:04

Ausführlich auf meiner Website:

Kondore in den Anden: http://www.liebe-zur-erde.eu/kondore_in_den_anden.html

Video eines Anden-Adlers: http://www.liebe-zur-erde.eu/adler_der_anden_-_video.html

im Reisefieber….

Chivay im Canjon de Colca, dort die Busstation. 3600 Meter ueber Meeresspiegel, ein 1300 Meter-Sprung, was Hoehe betrifft; wir haengen in der Wartehalle auf unbestimmte Zeit fest und schnaufen schwer.

„Die Sonne war zu stark, es ist zu heiss, meine Augen traenen, die Nase laeuft, die Brille ist verdreckt, es ist zu viel Trubel hier und ich weiss nicht, wie lange wir hier noch warten muessen. Alles in allem keine gute Voraussetzung fuer ein Gespraech.“ – Na denn.

Spaeter im Bus dann die erste echte peruanische Busfahrerfahrung: ungeteerte Holperstrecken, der Bus rammelvoll, Andreas fuer Stunden eingequetscht mit seinem Gepaeck. Noch fehlen allerdings Schafe, Ziegen und pinkelnde Kinder. (Bisher waren wir nur erste Klasse gefahren, aber hier im abgeschiedenen Canjon gibt es sowas nicht.)

Am naechsten Tag erwischt es mich: Hexenschuss vom Hinten sitzen im Bus auf besagter Strecke und in der Nachbarreihe ein kotzendes Kind auf dem Weg zum Titikakasee. Die Details erspare ich mir. Nichts bringt mich so an Grenzen…

Alles in Allem, nach 2 Tagen Ausflug im tiefsten Canjon der Erde: Andreas hat einen Vogel – und was fuer einen:

Andreas mit einem zahmen Anden-Adler! Auch von mir gibt es entsprechende Aufnahmen, aber als Film, das ist hier nicht einzugeben, findet sich aber hier:

http://www.liebe-zur-erde.eu/adler_der_anden_-_video.html

Warum wir den Ausflug gemacht haben? Unter anderem wegen der Anden-Kondore: In der an der Stelle ca 1300 m tiefen engen Schlucht nisten sie und sind eine Hauptattraktion fuer Touristen: 10 dieser Tiere waren an einem Moment gleichzeitig am Kreisen, zum Teil direkt ueber den Koepfen der Zuschauer…

http://www.liebe-zur-erde.eu/kondore_in_den_anden.html

Dieser Canjon liegt sehr abgeschieden und ist nur ueber einen 4800 Meter hohen Pass erreichbar. Die Bewohner haben sich hier in ungewohnt deutlicher Form ihre traditionalle Lebensweise bewahrt. Die Frauen und Kinder tragen die traditionellen Trachten, Maedchen in der Pubertaet sieht man ueberhaupt nicht auf den Strassen und die Menschen tragen sich nicht nur wuerdevoll stolz, sondern sind auch sehr Kamerascheu, vor allem die Frauen.



Arequipa – Kirchen und Leben

Peru Posted on Di, August 10, 2010 22:50:03

Arequipa: Kirchen, Museen, Feiern und die Plaza de Armas

Es ist der Sonntag vor dem grossen einwoechigen Fest der Stadtgruendung am 15.8. – die Bewohner hier feiern gerne und sind fuer ihre Lebensfreude bekannt, und das merkt man! (Die Stadt wird 470 Jahre alt). Wir schlendern morgends zur Plaza de Armas, dem zentralen Platz der Stadt vor der Kathedrale. Menschen haben sich hier eingefunden um sich auf dem Platz zu ergehen, Tauben zu fuettern, irgendwo entspannt zu sitzen und sich des schoenen Tages zu erfreuen. Auffallen bei den Menschen ist der direkte, freundliche Blick und die Kontaktoffenheit, das Leben auf dem Platz macht einen sehr entspannten Eindruck trotz internsiver Praesenz von Wachpersonal und Polizei.

Die Kathedrale ist aus dem weissen Sillar-Gestein gebaut wie vieles hier in der Stadt, das vulkanischen Ursprungs ist und weiss in der Sonne gleisst. Der 5822 Meter hohe Vulkan El Misti ist nur 17 Km weiter, sein Kegel pufft so leise vor sich hin. Regelmaessig gibt es hier grosse Erdbeben und taeglich auch kleinere Erdbewegungen.

Der El Misti ueberragt die Stadt um mehr als 3,5 Km!

700 000 Menschen wohnen hier, aber die Innenstadt ist sehr ruhig, man merkt von den vielen Menschen nichts. Das liegt ev auch daran, dass es in Peru viel weniger Autos pro Kopf gibt als bei uns, und die meisten die man sieht sind Taxis.

Die Kathedrale ist quer zum Plaza de Armas gebaut und darf die Flagge des Vatikan tragen. Die spanische Kolonialgeschichte und ihr Missionseifer ist ja ein Kapitel fuer sich, immer wieder in den Wochen haben wir uns gefragt beim Besuch von Kirchen, ob das Christentum auf das lokale religioese Empfinden draufgestuelpt wurde oder ein innerer Prozess stattgefunden hat. Keine der bislang besuchten Kirchen war mir sympathisch gewesen. Mit den Kirchen in Arequipa ist das anders. Sie scheinen eher einen Innenraum fuer religioeses Leben zu bilden als einen Machtanspruch zu verkoerpern. Immer wieder erleben wir in diesen Tagen eine grosse Innigkeit und Froemmigkeit der Menschen im Gebet, die sich dabei stark in sich selbst versenken. Die Kirchen sind auch unter der Woche gut besucht.

Das Franziskanerkloster La Recoleta

jenseits der Bruecke Grau hat ein Museum eingerichtet mit Kunst- und Gebrauchsgegenstaenden der einzelnen Peruanischen Kulturen, eine ganze Sammlung von ausgestopften Amazonastieren gehoert dazu. Bilder geben Einblick in das Leben der Amazonasindios zur Zeit der Missionierungen, Kleidung, Speere und Schmuck der Indios finden sich hier. Dieses Konvent, in dem aktuell noch 10 Padres leben, atmet eine grosse Stille und Frieden, wie ich es von manchem alten Kloster im Mittelmeerraum kenne, z.B. in Mljet von Sveti Maria. Die Padres haben sich mit der spanischen Besiedlung eine riesige Bibliothek eingerichtet mit Kostbarkeiten frueher Buchdruckerkust, in der man ein Leben verbringen kann!

Zurueck auf die Plaza de Armas:

Musik und Trommeln haben uns aus der Kathedrale auf die Strasse gelockt, und wir haben einfach Glueck: An diesem Morgen werden die Marienstatuen der verschiedenen Kirchen in einer Prozession mit grossem Tamtam, singen und tanzen durch die Strassen getragen, begleitet durch ein zirkusreifes Showprogramm professionell wirkender Taenzer.

ja, und auch die Gorillas gehoeren mit zur Prozession!

Diesen Sonntag Mittag feiern wir persoenlich in einem der Restaurants in den Arcadenboegen: nachdem wir nun wochenlang die 2$-Menues der Einheimischen mit Massen an trockenem Reis gegessen haben, bekommen iwr hier ein tolles lokales 3-Gaenge-Menu fuer 7 € – ein Festessen und Lebenselexier fuer Andreas, der sogar seinen Teller fotografiert.

Weiter geht es in den neachsten Tagen wieder mit viel Reisen – der Canjon del Colca, danach Puno am Titikakasee. Ev kann ich erst wieder in Cusco in einer Woche schreiben.

Bilder folgen noch, wie immer.

LIebe Gruesse an Alle zu hause!



Arequipa

Peru Posted on Di, August 10, 2010 22:28:17

Arequipa – Ferien von den Ferien

Um aus Pisco raus zu kommen, nehmen wir einmal mehr einen Nachtbus und verbringen die Nacht in den Ledersitzen der Royal Class von CIAL, die sogar quasi neue Busse fuehrt. Ziemlich verknautscht kommen wir – nach insgesamt ca 3500 Km in 7 Tagen in Bussen uaf einspurigen Strassen – in Arequipa an, und finden ein neues Land!

In der fruehen Daemmerung auf der Busfahrt klingelt das Handy erines Mitreisenden und weckt uns – welch ein Glueck. Vor dem staunenden Auge breitet sich eine helle Wueste im sanften Licht eines Nebel- und Wolkenfreien Morgens. In der Ferne sieht man die Gebirgszuege der Anden. Die 3 Vulkane, die Arequipa umgeben, heben sich mit ihrer Kegelform deutlich ab. Schritt fuer Schritt faerbt sich der Himmel roetlich, orangen und gelblich und ueberzieht das Land mit dem Abglanz des Lichtfeuers, mit dem die Sonne aus dem Amazonasbereich ueber die Berge herueber scheint. Und ploetzlich wird mir klar, was den Leuten an der Nebelgeplagten Kueste entgeht und sie vielleicht auf die ein oder andere Weise praegt: Ihnen fehlen die Hoffnungkraefte oder das Zukunftsvertrauen, mit denen die Sonnenaufgaenge verbunden sein koennen. Und mit steigender Hoehe – Arequipa liegt auf 2300 Hoehenmetern – fahren wir ein in die gleissende Lichtflut einer Bergwelt, die Wuestengepraegt ist: weisser Sand, helles Gestein von fast gleissendem Weiss ueber gelbliche und roetliche Farbtoene, der vulkanische Ursprung ist vielfach erahnbar.

Hier durch ein braungetoentes Busfenster fotografiert:

in der Ferne der Vulkan:

Der Moloch Lima mit seinen fast 10 Millionen Einwohnern liegt gaenzlich im Nebelbereich und man fragt sich schon, was all die dort eingesperrten Menschen dort hinzieht oder haelt. In Suedamerika ist die Landflucht auch stark darauf zurueck zu fuehren, dass grosse Unternehmen Land aufkaufen, z.B. fuer Monokulturen oder Viehzucht zur Fleischproduktion, und die Bewohner dann von dort vertreiben, gerade im Amazonasgebiet. Und die Leute wandern dann ueber tausende von Kilometern nach Sao Paolo oder eben Lima mit der Hoffnung auf Arbeit.

In Arequipa begruesst uns neues Leben: alle Busgesellschaften sind zentral an einem einzigen Terminal organisiert statt ueber die sTadt verteilt, und: Menschen laecheln uns an! Was fuer eine Erfahrung nach der In-sich-gekehrtheit der Kuestenbewohner Perus, die oft einen herben Zug im Gesicht zu haben scheinen. Die Menschen hier laecheln, gruessen – eine unmittelbare Menschlichkeit umfaengt uns.

Die Casa de Avilla

In der Casa de Avilla fallen wir nieder, haengen die Seele aus in deren herrlichem Garten, sehen dort Schildkroeten und Kolibries zu – und tun gar nichts, nischta, nothing. Pause. Ferien vom Ferien machen und Reisen.

Hier nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem Garten, der herrliche Liegemoeglichkeiten bietet!

Und die Berge in der Ferne!



Die Islas Bellavistas

Peru Posted on So, August 08, 2010 22:07:57

Die Islas Bellavistas bei Pisco – Erinnerung an arktisches Leben im Humboldtstrom!

Ein perfekter Ausflug, aber weh, die Organisation…

Wer Touren gewoehnt ist, die nach Gruppencharakter organisiert sind, wird auch mit diesen Bootsausfluegen zu den „Galappagosinseln fuer Arme“ zurecht kommen. Individualtouristen, die wissen, dass in diesem Land absolut kein Kontakt ohne eine Begruessung stattfindent, ist die Art, wie man hier als Schafherde mit Geld auf 2 Beinen herumgeschubst wird, in der positivsten Bezeichnung noch mit „ueberraschend“ zu kennzeichnen. Man koennte an der Abfertigung auch eine Aehnlichkeit zwischen Touristen und Guano erkennen: Beides muss man zusammenkratzen, ist Gold wert und muss auf Boote verfrachtet werden.

An der Kueste vor Pisco entlang, in ihren trostlosen Nebel gehuellt, ziehen sich nicht etwa kleinere Ansiedlungen und Fischerboote, nein. Die Wueste beherbergt industrielle Grossunternehmen: die Fischverarbeitungsanlagen mit ihren riesigen runden Behaeltern unterscheiden sich optisch kaum von denen der benachbarten Oelraffinerie, die Behaelter und Anlagen scheinen dieselben. Am Landungssteeg mit den sehr modernen Ausflugsschnellbootetn (2×150 PS), werden in absolut undurchsichtiger Organisation etwas 150-200 Touristen in wild verlaufenden Linien „geordnet“ und dabei zum Teil kommentarlos angefasst und herumgeschubst. Eine nette Anzahl von Panfloetenblaesern, Trommlern, Pelikan-fuers-Foto-Fuetterern, Kettenverkaufern und anderen Gestalten machen den fruehen Nebelmorgen perfekt. Zu der bereits vorab bezahlten Tour darf mann dann noch 1 SL „Landungsstegtax“ bezahlen, damit man ueberhaupt bis zum Boot kommen kann. Wir hatten bedauerlicherweise gerade kein Geld dabei…

Die Tour selber ist perfekt:

Moderne Boote, mehrsprachige Fuehrer, gute Ausruestung, alles vermutlich zentral organisiert. Hier sind die Bilder dessen, was man zu sehen bekommt:

Einmal hier Pelikan-fuettern

Hier vom Boot aus zu sehen der „Kandelaber“ el candelabro, eine Struktur wie die beruehmten Nazca-Linien in den sandigen Huegel gekratzt, 150 x 50 Meter gross:

Und dann die phantastische Tierwelt auf den Inseln….: der 2. Versuch des Bilderaufladens nun war Erfolgreich!

So, geschafft. Was hier jetzt fehlt, weil es nicht fotografierbar ist, sind die Vorgelschwaerme, die jagend ueber dem Meer kreisen. Immer wieder losen sich gleich 4 oder 5 Tiere aus dem Schwarm und stuerzen sich gleichzeitig in die Tiefe. Im letzten Moment ziehen sie die Fluegel ein, dann erinnern nur noch die Fontaenen im Wasser an ihren Einschlag. Kurz darauf kommen sie wieder hoch und fliegen weiter, als ob nichts war. Sehr beeindruckend zu sehen. Auch der tauchende und spielende Seeloewe liess sich nicht ablichten, er war zu schnell.

Und so weiter. Mittlerweile sind wir in Arequipa, 12 Stunde Busfahrt weiter, aber eine andere Welt. Davon demnaechst.

Liebe Gruesse an Alle!



Pisco – Ausflug am Ende der Welt

Peru Posted on Sa, August 07, 2010 19:30:50

Pisco – Ausflug am Ende der Welt

Wer Pisco etwa mit „Pissklo“ assoziiert, hat in mancher Hinsicht nicht ganz unrecht. Vor der Haustuer dieses Kuestenortes liegen die Islas Bellestas, Inseln mit unzaehligen bruetenden Vogelkolonien, die im Laufe der Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen haben: bis zu 50 Meter hoch war die Vogelscheisse, auch als Guano bekannt, sellenweise, bis der systematische Abbau begann. Mitte des 19 Jhd. wurde um diesen damals einzigen Peruanischen Exportartikel sogar Krieg gefuehrt.

Auch ansonsten hinterlaesst dieser Kuestenort im endlosen Nebel zwiespaeltige Gefuehle, denn er hat durchaus 2 Gesichter. Der Lonely Planet 2007 warnt in hoechsten Toenen vor der gegen Touristen gerichteten Kriminalitaet der Stadt, insbesondere Abends und Nachts. Auch die Schlepper und Taxifahrer sind beruehmt fuer die ueblichen Tricks: das Hotel, das man suche, sei gerade abgebrannt, ueberschwemmt, geschlossen, zusammengefallen vom Erdbeben vernichtet oder was auch immer. Kein Wunder, dass der Tourenverkaufer, der zu dem von mir gesuchten Hostels vom Erdbeben spricht, von mir mit Spott ueberzogen wird. Aber dann, welche Ueberraschung: das Erdbeben gab es wirklich, vor 3 Jahren, und das Hostel ist dabei auch zusammengefallen. Die Spuren davon ziehen sich durch die ganze Stadt, 1/3 der Gebaude sind immer noch beschaedigt oder inzwischen abgerissen. 200 Tote hatte die Stadt zu beklagen, es war eine nationale Katastrophe. Allerdings ist auch Wiederaufbauhilfe in die Stadt geflossen, die sehr selektiv verwendet wurde: Ein 7-Meter-Stueck Gehsteig ist zum Beispiel gepflastert und in weit besserem Zustand als die Strasse des zentralen Platzes direkt neben dem Gehsteig, die nur ein Staub- und Schotterhaufen ist. Staub ueber der Stadt, alle Gebaude, Pflanzen, Buesche, Autos verschwinden unter einer Staubschicht, denn ueberall wird noch gebaut. Im Zentrum Spielhoellen allenthalben. Der Laesterling kann sich nun fragen: Kam das Erdbeben wegen der Schlepper oder haben die Tourenverkaufer geahnt, dass ein Erdbeben kommen wuerde? Hier sehe ich erstmals eine Region, die von einer Naturkatasthrophe kuerzlich betroffen wurde. Rudolf Steiner differenziert ja zwischen Naturkatasthrophen und Zivilisationskatastrophen, da habe ich jetzt was zum Nachdenken.

Fuer die Bevoelkerung, vor der wir so ausgiebig gewarnt worden sind (bewaffnete Raubueberfaelle mitten im Zentrum), scheint das eine Art Katharsis und ein Stueck innerer Reinigung gewesen zu sein, vielleicht hin zu der Frage, was eigentlich wesentlich ist im Leben. Die Menschen haben nun etwas an sich, was ich nicht gut beschreiben kann, was vielleicht ein staerkerer gemeinschaftlicher Zusammenhalt genannt werden kann, das mich hier auch sicher fuehlen laesst. Das Aufgebot an Rikhschas jedoch, die sich am spaeten Nachmittag vor unserem Hotel zusammenrotten, laesst mich dann aber doch mulmig werden – wir bleiben im Haus. Auch sind Arbeitssuchende und Armut ueberdeutlich sichtbar. Im Umkreis der Stadt ist kein Anbau moeglich, kleinere Fischerboote sind nur wenige im Einsatz – wovon leben diese Menschen hier?

Am Nachmittag bricht allerdings die Sonne erstmals durch die Nebel, die Aufnahmen von der Stadt sind daher deutlich freundlicher. Die Spuren des Erdbebens sind ueberall sichtbar. Auch die Kirchen sind selbst nach 3 Jahren unveraendert in diesem Zustand. Dagegen ist 1/3 der Rikshas relativ neu, hier ist Geld hereingesteckt worden. Ein Peruaner hat uns erzaehlt, dass sehr viele Peruaner Dinge auf Kredit kaufen, ohne zu ueberschauen, was mit den Rueckzahlungen auf sie zu kommen kann.

Ja, die Bilder zu allen Texten stelle ich ein, sobald ich mal irgendwo bin, wo das geht.

Bis dahin liebe Gruesse!



Lima

Peru Posted on Mi, August 04, 2010 14:32:30

Lima – frieren auf dem 12. suedlichen Breitengrad auf Meereshoehe!

Auf dieser Tastatur kann ich die Buchstaben nur raten, aber ich versuch es mal mit dem Schreiben:

In wenigen Tagen haben wir fast 2000 Kilometer mit diversen Bussen zurueckgelegt, wir waren also ziemlich unterwegs! Equador und die Equadorianer, die uns ziemlich lieb geworden sind, haben wir verlassen und uns auf in den Sueden gemacht. „Sueden“ bedeutet hier nun nicht mehr Waerme, sondern das Gegenteil: mit dem Arktischen Humboldtstrom, der an der Westkueste Suedamerikas entlang fliesst, kommt kalte Luft und ein Nebel, der 2/3 des Jahres die Kueste Perus bedeckt. Und die Kueste selber ist ueberwiegend Wueste – richtig kahle Wueste. Nebel – Wueste im Nebel – Pazifikkueste im Nebel, das ist der Dreiklang, der den Reisenden umfaengt, Menschen und Landschaft praegt. Wie eine dumpfe Decke breitet sich dieser Nebel ueber dem Dasein dieses Kuestengebiets aus und verschafft in der Landschaft den Eindruck, wirklich am Ende der Welt angekommen zu sein.

Die Pan Amerikana durchzieht den Kontinent auf seiner Westseite und fuehrt uns ueber weite Teile direkt an derm Kueste entlang. An verhuellten, einsamen Straenden fliesst die Brandung in die Buchten, sitzen Vogelkolonien im Sand. Bei aller Einsamkeit und Wuesten, die ich liebe – hier wandern moechte ich nicht. Dieser dauernde Nebel muesste einen in Trostlosigkeit, Ziellosigkeit einhuellen und ganz auf sich selber zurueckwerfen. Kein Wunder, dass die Kueste kaum bewohnt ist und nur diverse Zweckbauten sich in den Sandflaechen verteilen.

Auf dem Weg nach Lima gab es jedoch so manches zu sehen. So waren wir einen Tag in Tumbes an der Nordgrenze Perus und verbrachten den Tag

in den Mangrovenwaeldern an der Kueste,

besichtigten eine Krolodilsfarm

und bestaunten die Vogelinsel: sie ist voll ueberzogen von Mangroven

und die Tiere nisten in den Zweigen, oft nur wenige Meter weg vom Boot.

Den Aufenthalt in Tumbes dankten wir der International operierenden Busgeselllschaft, bei der eine Hand nicht weiss, was die andere tut: Gestrichene Reservierungen, unzutreffende Tickets, aber auch sehr bemuehtes Personal und sichere Nachtbusse zeichnen Ormenos aus. Ja, und dabei mussten wir auch eine Grenze passieren:

Der Grenzuebergang bei Tumbes zwischen Equador und Peru

Dieser hat nach Lonely Planet den Ruf, der schlimmste Grenzuebergang Suedamerikas zu sein. Er erinnert mich an die Vorgaenge in Marokko Ende der 90ger Jahre, als ich von Marokko in die spanische Enklave Ceuta ueberwechseln wollte – Ceuta liegt noch auf dem afrikanischen Kontinent – ich werde diesen beiden Posten wohl eine eigene Seite auf der Website einrichten, daher hier nur ein Eindruck:

Das Personal der Busgesellschaft machte schon im Vorfeld darauf aufmerksm: „Don’t give anybody money, everything is free. Don’t change money there, everywhere else it is better“. Und: die Dame vom Personal stellte sich persoenlich in ihrer Busuniform vor den Schalter und ueberwachte leicht genervt die Abfertigungsprozedur, die immer wieder durch Schleppern unterbrochen wurde. So ein Grenzposten ist jedenfalls fuer alle Beteiligten eine lukrative Angelegenheit und alle berichteten Schikanen (endlose wartezeiten, beglaubigte Kopien – der Notar residiert nebenan – Ausweise aller Art und wer weiss was noch) beruhen nur auf einem Prinzip: moeglichst umfangreich abzocken zu koennen: Grenzbeamte, Polizei, Schlepper, Geldwechsler – stecken alle unter einer Decke und fuehren Teile des Gewinns an die jeweils vorgesetzte Stelle ab. Bei uns nun hat nur der Pass interessiert, schon die vorgeschriebene Gelbfieberimpfung wollte keiner mehr sehen. Und dem zerlumpten Argentinier, der noch nicht mal sein Tshirt richtig rum anhatte, hat eben das Bakschisch an den Schlepper geholfen – er wurde nicht nur vor uns an den Schalter gelassen unter Umgehung der langen Schlange, auch er hat ohne weitere Rueckfragen seinen Stempel bekommen. Sicherheitshalber hat die Station aber ein Schild ueber den Raum mit den vergitterten Abfertigungsschaltern gahaengt: „Alle offiziellen Handlungen finden nur in diesem Raum in den Boxen statt. Wir sind nicht verantwortlich fuer das Handeln anderer Personen“ . Das Schild ist aber klein und nur in Spanisch… Fotografieren haben wir uns dort natuerlich nicht getraut!

Liebe Gruesse an alle zu Hause!