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Reisen

Die Erde ist schön... / Earth is Beautiful

...aber was die Menschen aus ihr machen, kann nicht immer so bezeichnet werden. Hier sowie auf meiner Website finden Sie Ausschnitte meiner Reisen und den Versuch, einen Einblick in die Landschaften, Kulturen und Menschen zu geben.

Reise-Blog von Beatrix Hachtel

But what the people make from it, can not always be described as beautiful. Travel Blog to landscapes, cultures and people by Beatrix Hachtel

Und wieder – Indien!

Indien Posted on Mi, Dezember 12, 2012 05:22:55

Dezember 2012:

Und wieder – Indien!

Die Eindrücke in Mumbai – so kurz ich doch auch dort war – waren reichhaltig und finden einmal Eingang auf meiner Website. Da man nächtlicherweise mit dem Flieger ankommt und sich dann mit der Zeitumstellung erst mal zusammen raufen muß, ist Mumbai für mich 2 Tage Pflicht, bevor es weiter geht.

Diesmal war ich in Colaba untergebracht: direkt am Wasser, einen Steinwurf weg vom Gate of India und dem Taj Mahal Hotel. Man erinnert sich: vor einigen Jahren fand hier der Anschlag statt, der um die Welt ging. Seither sind rund um diese Schmuckstücke erhebliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Auch nachts sitzt an jeder Ecke ein Polizist oder wachmann, aber die Atmosphäre ist entspannt und lebensfroh. Mir macht das möglich, auch noch nach Mitternacht loszuziehen, um was zu essen zu suchen.

Eine weitere Mühsal ist eine neue Regelung, die mehr Ausdruck indischer Paranoia ist denn irgendeine vernünftige Wirksamkeit hat: Wer eine Simcard möchte, muß nun 4-5 Tage warten, bevor die frei geschaltet wird. Ein Antragsformular so dick wie der Visumsantrag muß mit Passbild eingereicht werden, dann wird geprüft. Das Ganze soll dazu dienen, Terroristen abzuschrecken, die nur für einen Anschlag ins Land kommen und dabei Telefone brauchen. Na ja – man kann sich den Effekt auf zukünftige Terroristen leicht ausrechnen: sie bringen halt eigene Telefone vom Ausland mit und haben dann halt das teurere Roaming. Aber gut. Jedenfalls bin ich Tagelang von der Aussenwelt abgeschnitten.

In Pune bin ich diesmal im Mädchenheim untergebracht. Und wieder bin ich erstaunt über die entspannte und fröhliche Stimmung der Mädchen im Haus, die sich hier sichtlich wohl fühlen. Einen Abend schleiche ich mich dazu, wie sie in der dunklen Halle gemeinsam einen Film schauen. Viele dieser Kinder haben ja keine Familie mehr in dem Sinne – aber hier entfaltet sich ein Gefühl von Heimat, von zu Hause sein, von Gemeinschaft. Sehr berührend, sehr beeindruckend.

Mein erster Einsatz ist im Boys Hostel – wie schon letztes Mal ein ungemein freundlicher Empfang!

Hier ein paar Bilder aus den Gruppen, die mit mir Eurythmie machen durften. Alle Bilder wurden von Vivekhbadar gemacht – er hat sie mir liebevollerweise zur Verfügung gestellt: – zum Vergrössern einfach drauf klicken!

Der vorletzte Herr hier oben ist der Englischlehrer Amar Gaikwad, der die Übersetzungen schmeisst. Daneben auf dem letzten Bild Vivekhbadar, der Heimleiter. Er hat mich gestern gerettet, indem er mir seine 2. Simkarte geliehen hat….!!!

Und dabei musste ich doch tatsächlich in diesem Wahnsinnsverkehr Nachts auf dem Motorrad heimgebracht werden, weil nichtsanderes mehr fuhr. Diese Wahnsinnsfahrer lassen oft ja nur ein paar Zentimeter zwischen sich und dem Nachbarn – egal ob das ein Karrenschieber, ein Fußgänger oder ein Laster ist. Dazu kommen das Tempo des Verkehrs und die Schlaglöcher. Langer Rede lkurzer Sinn: ich hatte die Wahl zwischen Panik und Schreikrämpfen – oder Augen schliessen. Ich habe mich zu letzterem entschlossen und eine ruhige Heimfahrt genossen…

Viele Menschen haben mit geholfen, daß diese Reise und Aktivitäten möglich werden konnte – ich möchte mich an dieser Stelle dafür herzlich bedanken. Schon jetzt ist deutlich geowrden, wie gut es war, erneut hier her zu kommen… !!!



Spring Valley Beijing – Diving in Workloads at the Waldorf School / Arbeitsfülle und Land unter an der Waldorfschule

China Posted on Mi, Mai 02, 2012 10:57:33

Spring Valley Beijing – Arbeitsfülle und Land unter an der Waldorfschule
Spring Valley Beijing – Diving in Workloads at the Waldorf School


Picture: Beijing from the mountains at the west side / Peking jenseits der Berge

5 Wochen ohne Facebook, Youtube und Twitter – aber selbst wenn China diese Seiten nicht gesperrt hätte – ich hätte doch kaum Gelegenheit gehabt, mich dort zu tummeln: ich war vollgetürmt mit Arbeit und wechselte in der Regel zwischen Arbeit und Bett, bis ich den Koller bekam, denn vom Gelände herunter zu kommen, erwies sich als außerordentlich schwierig.
5 weeks without Facebook, Youtube and Twitter – but even if China had not blocked this sites – I’d hardly had a chance to wander around there, as I was completely stuffed with work, moving normally between work and bed, until I got some kind of prison symptoms: additionally just to leave the grounds proved to be extraordinarily difficult.



Als wir in der Einrichtung ankamen, wurde schnell klar, daß die Schule in ordentlichen Schwierigkeiten steckt und die Aufgaben es in sich hatten. Einerseits ist die rechtliche Lage vieler Waldorfgründungen in China unsicher, andererseits führen bei uns wie auch dort unterschiedliche Positionen zu Unsicherheiten. Die Schule liegt an sich herrlich– eingebettet in die Berge westlich von Peking und von Grün umgeben – dennoch waren es wohl doch die letzten Wochen, die die Einrichtung dort verbringen konnte, aktuell müssen sich die Lehrer nach einem neuen Ort umschauen, ev kommt die Phönixfarm in Frage.
When we arrived at the facility, it became clear that the school is in the ordinary difficulties and duties which are known also in Germany. On the one hand, the legal situation of many Waldorf- start ups in China is uncertain, on the other hand, the different positions on subjects create a lot of uncertainty. The school is located beautifully-nestled in the mountains west of Beijing and has a lush natural park around it – but it was also probably the last weeks, which the establishment could spend there. Currently the teachers have to look for a new place, may be the Phoenix Farm is in question.

Die Menschen – Eltern und Mitarbeiter gleichermaßen – sind ungeheuer herzlich, freundlich und hilfsbereit.
The people – parents and staff alike – are incredibly warm, friendly and helpful.

Für Olaf Koob und mich wurde ein immenser Aufwand betrieben, um es uns
trotz der schwierigen Lage so angenehm wie möglich zu machen. So wurde
täglich für uns gekocht:
They made for Olaf Koob and me an immense effort to make ourselves as pleasant as possible despite the difficult situation. It was cooked for us every day


und die Küche tat ihr bestes, um mich mit Speisen zu versorgen, die mir gut taten und der Arbeitsfülle angemessen waren. Hier: mein Mittagessen…
and the kitchen did its best to provide me with food, which suited me and provided me with energy for the plenty of work. (this is my lunch, as you can see…)

Und, zurück in Deutschland, wird der Humor der Menschen mit fehlen… – hier unten probiert der Koch gerade das neue Fahrrad eines 1. Klässlers aus:
and, back in Germany,I will miss the always good mood and humor of the people… here below the cook just tries the new bike of a first grade:

Immer wieder halfen Mütter aus, wenn wir irgendwo hin mussen oder wollten,
Again and again, mothers helped out when we had to go somewhere or wanted to leave the grounds

oder Eltern liehen ihre Wagen oder schickten gleich den Chauffeur mit – siehe hier unten.
or parents borrow their car or even sent it with a driver, as to see here below.

Shaomao ist quasi der einzige in Deutschland ausgebildete Waldorflehrer 8und er ist ein wunderbarer Lehrer!), ihm zur Seite steht für die neue 1. Klasse ev ein in Amerika ausgebildeter Landsmann. Alle anderen Schulen und Kindergärten im Land arbeiten im Wesentlichen mit Personal, das in ein- bis mehrwöchigen Trainings ein bischen an der Waldorfpädagogik geschnuppert hat. Daß aktuell dennoch an allen Ecken und Enden des Landes Kindergärten und Schulen wie Pilze aus dem Boden schießen, hat mit der Bildungsstruktur in China selber zu tun – aber davon später mehr.
Shaomao is virtually the only in Germany trained chinese Waldorf teacher in China (and he does a really great job!), him will may be stand aside for the new 1st Class a trained American compatriot. All other schools and kindergartens in the country are working mainly with personnel who have sniffed a little at the Waldorf pedagogy in one of the several weeks of training. That currently still shoot at every nook and cranny of the country kindergartens and schools such as mushrooms alike, has to do with the education structure in China itself – but more about that later.

Die Elternschaft, die innerhalb der straffen Schulordnung Chinas das Risiko einer Waldorfgründung für ihre Kinder auf sich nimmt, hat dazu unterschiedliche Motivationen. Viele Eltern haben Kontakte ins Ausland und sehen, wie die Kinder anderswo aufwachsen und lernen. Chinas Kinder lernen lesen und schreiben schon im Vorschulalter, i.d.R. ab 4. Ab der ersten Klasse gibt es täglich ca 7-8 Stunden Unterricht, danach noch Hausaufgaben und am Wochenende Zusatzkurse wie Musikunterricht, Sprachen und beispielsweise Architektur (letzteres für eine 3.klässlerin). Der Schwerpunkt liegt auf Druck und Auswendig lernen, auf Stoffverarbeitung wird keinen Wert gelegt. Die Folge des Lernmarathons ist, daß Kinder von 7 – 17 aus dem Stadtbild Pekings quasi verschwunden sind – man sieht sie nirgends, auch nicht am Wochenende im Zoo (Mehr dazu demnächst auf meiner Website unter „China“). Nicht alle Eltern, die Alternativen kennen, wollen ihren einzigen Kindern das antun und suchen Alternativen. Eine andere Gruppe von Kindern ist nicht in der Lage, im regulären Schulsystem Schritt zu halten. Die Waldorfschule wird zu einem Sammelbecken für sie, mit dem Ergebnis, daß wir – der Arzt Olaf Koob und ich als Therapeutin – nach China gerufen wurden, um dort helfend zu unterstützen.
Parents which takes in the risk of Waldorf foundation for their children instead of the strict school regulations of China have different motivations. Many parents have contacts abroad and see how the children grow up learning and elsewhere. China’s children learn to read and write as early as preschool age, usually from 4 years of age. From the first class there are about 7-8 hours of daily lessons, homework and after that weekend supplementary classes such as music lessons, for example, languages ​​and architecture (the latter for a 3.grade female). Who doesn´t cope at school gets bullied by teachers and other students. The emphasis is on learning by heart and the aim of understanding the stuff or creativity is no value set. A consequence of this learning marathon is that children aged 7 – 17 are virtually disappeared from the city of Beijing – you see them nowhere, not even on the weekends at the zoo (more about this soon on my website under „China“). Not all parents want this schedule to happen for their only children and therefore look for alternatives. Another group of children is not able to keep step with the regular school system. The Waldorf School will become a receptacle for them, with the result that we – the doctor Olaf Koob and I as a therapist – were summoned to China to assist in helping there.

Platz auf dem Gelände gab es genug, und so ist mein Therapieraum qua Größe ziemlich üppig ausgefallen. Daß in China nur von 15.11. bis 15.3. geheizt wird – und dort ist es kälter als in Deutschland, Sibiriens Winde wehen quasi um die Ecke – war ein Schmankerl für sich. Der hofinterne Kohlekessel musste wieder angeworfen werden – und ging kaputt. Von allen Seiten wurden Radiatoren gekauft und gespendet – aber der Raum hat nur 2 Steckdosen. Nachruhe gabs mit Wärmflasche, immerhin war ein Klavier vor Ort und eine Leier von Nieder, also Luxus pur, der auch gebraucht wurde.
There was enough space on the site, and so is my therapy room qua size quite abundant. That in China is by tradition only heated from 15.11. to 15.3. – and it’s colder there than in Germany, Siberian winds are just around the corner – is a treat in itself. The coal boiler had to be fired up – and broke. From every side radiators were bought and donated – but the room only has 2 sockets. The children resedt with hot water bottle after treatment. But after all, there was a piano on site and a lyre from the craftsman Nieder, a luxury, which was also intensive used.


Lu Yanpin wurde mir als eine Art Assistentin zur Seite gestellt – sie spricht sehr gut Englisch, hat 2 Jahre Auslandserfahrung in Australien und ist somit mit der Westlichen Mentalität vertraut, und durchläuft die Waldorftrainings in Peking. Nur durch sie konnte unser Aufenthalt zum Erfolg führen – sie sprang und rannte nach allem und jedem, organisierte hier und übersetzte da. Eine derartige Hilfestellung, wenn man mit kleinen verwöhnten Prinzen, Autisten und Hirngeschädigten Kindern arbeiten muß, die nur Chinesisch sprechen, ist überhaupt nicht zu überschätzen: Yanping war da, übersetzte, und half.
Lu Yanpin was asked as a kind of assistant to work alongside me – she speaks English very well, has 2 years experience living in Australia and is therefore familiar with the western mentality, and passes through the Waldorf training in Beijing. Only through her help our stay could lead to success – she jumped up and ran after everything and everyone and organized this, and translated here. Such assistance was needed badly with all this partly spoiled little princes, autistic and brain injured children who speak only Chinese: Yanping was there, translated and helped.


Viel Freude hat die Arbeit mit den Eltern gemacht:
Much joy was also the work with the parents:


Mehr Fotos aus dieser arbeitsreichen Zeit stelle ich dann irgendwann auf meiner Website ein: www.Liebe-zur-Erde.eu
More pictures from this intensive time I will post on my website later:
www.Liebe-zur-Erde.eu

Die 2. unentbehrliche gute Seele und medizinischer Profi war Cindy Wang, die sich als ausgebildete Kinderärztin für die Anamnesen und Kurse als Übersetzerin zur Seite stellte.
The second indispensable good soul, and medical professional was Cindy Wang, who helped as a trained pediatrician for the medical histories and the workshops as translator.


Einen Abend wurde wir ausgeführt zum Pekingente essen – das war ein Ereignis für sich selber. Und obwohl Peking doch ein Stück entfernt liegt – es gab doch immer wieder Gelegenheit, neue Ecken der Stadt entdecken zu können.
One evening we were went to eat Peking duck – it was an event for themselves. And although Beijing still a bit away – there was always some opportunity to explore new corners of the city.

Zum Schluss ein paar Bilder von der Phönix Farm – einem echten Demeter Betrieb sozusagen gleich um die Ecke. Neben der Lichtwurzel und anderem Gemüse, das hier angebaut wird, halten sie ein paar Tiere zur Präparategewinnnung und haben inmitten von herrlichem Ausflugs- und Klettergelände auch Zimmer und ein Restaurant im Angebot.
Finally some pictures of the Phoenix Farm – a real operating Demeter farm, and – so to speak – just around the corner. In addition to yamsroot and other vegetables that are grown here, they keep a few animals for the preparations. They are surrounded by beautiful grounds and climbing places and offer accommodation and a restaurant on offer.

Gepflügt wird mit Menschenkraft, denn man möchte den Boden schonen.
They plow by man-power, because they want to conserve the soil.

Hier finden regelmässig Kurse zur Waldorfpädagogik statt (siehe unter http://waldorfcamp.org/en/, die machen tolle Arbeit) und auch wir konnten unseren Workshop zur Heileurythmie und medizinischen Aspekten in der Erziehung dort abhalten. Die Kugeln in der Übung mussten wir teilweise durch echte grossen Demeter Gemüsezwiebeln ersetzen, die haben ziemlich in Schwung gebracht…
Here courses are regularly held on Waldorf Education (see under http://waldorfcamp.org/en/ , they do a great job!) and we could hold our workshop on Eurythmy therapy and Anthroposophic medical aspects of education there. For the Eurythmy we hat to replace some of the missing balls with Demeter onions – the big ones. Probably they gave us the speed…


Last not least – wir hatten auch Spaß hier…: Olaf Koob beim Herausfinden, ob er Tee mag. Von der Pekingente weiß er es…
Last not least – it was also fun here… – Olaf Koob tries to find out, whether he likes tea…


(um einen Eindruck von dem Teeshop zu geben, musste ich das Bild zusammen schneiden – es ist jetzt so schepps wie unsere Laune an dem Tag)


Im Bild oben: die traditionelle Art, Pekingente zu essen – eingewickelt in kleine Pfannküchlein, mit herrlicher Sosse und etwas Gemüse zusammen gerollt.
Picture above: The traditional way to eat the original beijing duck – rolled in very thin pancaces with a delicious sousse and some veggies.



Begeisterung China / Enthusiastic about China

China Posted on Do, März 29, 2012 01:36:56

Peking-Shanghai im Hochgeschwindigkeitszug: Ein Land baut Bäume an

Beijing-Shanghai in a high-speed train: a country plants trees

China – eine uralte Kultur, eine immense Masse überwiegend armer Landbevölkerung, von denen viele in die Produktionshallen der Industrie gestolpert sind. Jahrzehntelange Umbrüche und Neuorganisierungen. Ein Land, das sich in die Moderne katapultiert und gerade vom Billigproduzenten für die reichen Nationen gerade seine eigene Kreativität und Stärke entdeckt und zum größten Geldgeber der Welt geworden ist.

Wäre nicht die Anfrage gekommen, hier zu arbeiten, wäre China sicher nicht so schnell auf meinem Reisezettel gestanden und mein Interesse hätte mehr der grandiosen und vielfältigen Landschaft gegolten als den Menschen und ihrer Arbeit. So aber stand die Aufgabe vor mir, das Land und seine Menschen so weit zu verstehen, daß ich hier würde arbeiten können. Beschenkt werde ich nun mit völlig unerwarteten Einsichten in ein Land, die Art und Kultur seiner Menschen, die so ganz anders sind als das Bild, das man sonst aus den westlichen Medien so gewinnen kann.
China – an ancient culture, a huge mass of predominantly poor rural population, many of whom has stumbled onto the factory floors of the industry. Decades of upheaval and Reorganisation. A country that has catapulted itself into the modern world and developes from the low-cost producers for the rich nations right now precisely his own creativity and strength – and become the largest contributors to the world.

If the request to work here hadn´t come , China would probably not have been to fast on my travel list, and if, my interest would have been the spectacular and diverse landscape and not so much the people and their work. But as the task was here to understand the country and its people so far that I would be able to work here. I am blessed now with completely unexpected insights into a country, the nature and culture of his people who are so different from the picture that you could otherwise gain from the Western media.

Dei Eindrücke sind so vielfältig, daß eine grundlegende Beschreibung auf später warten muß. Ich beschränke mich hier mal auf ein paar Schmankerln als Vorspeise. Dieses aber kann ich sagen: Chinas Großstädte sind moderner, in weiten Teilen sauberer und in menschlicher Hinsicht fast lebenswerter als Deutschland – und das will was heißen.
The impressions are so diverse that a basic description must wait until later. I will limit myself to a couple of pictures as a starter. This however, I can say up to now: that China’s large cities are modern, clean and largely in terms of human life almost more atractive than Germany – and that’s saying something.

Foto: Nordostmauer der Verbotenen Stadt / Northeast of the Forbidden City Palace

Nach meiner Landung in Peking fällen mir die Birken ins Auge. Durch den Schlecht-Wetter-Smog, vergleichbar dichtem Londoner Nebel, künden sie seltsam von der Nähe von Sibirien, von mongolischer Steppe. Weites, flaches Land auf sandigem Grund, die Wüste nicht fern. Und trotzdem echt kalt, ich bin in mehrere Schichten Wolle verpackt. Und dann, ein paar Tage später, die Fahrt heraus aus Peking nach Shanghai: Auf Hunderten von Kilometern entlang der Küste werden Millionen um Millionen Bäume gepflanzt: die jüngsten gerade gesetzt, die ältesten vielleicht 10 Jahre alt, manche sind älter. In unseren Medien war zu lesen, daß Peking in absehbarer Zeit von der Wüste überrollt werden wird, wenn das Land nichts unternimmt. Nun würden entlang der Wüstengrenze Bäume gepflanzt zur Abwehr. – Was in dem Artikel den Beigeschmack von Unfug und Lächerlichkeit trug, erscheint hier im Land in einem anderen Licht: Mit 300-400 km/h fliegen wir auf einer der modernsten Bahnen der Welt fast völlig RUCKELFREI (welch eine ungeheure technische Leistung, da kann Deutschlands DB-Chaos nicht mithalten) durch eine Landschaft, die, so weit das Auge reicht, wachsende Bäume trägt.

After landing in Beijing, the birch trees fell in my eyes. Due to the bad weather smog, comparable to dense London fog, they tell of a strange near of Siberia, Mongolian steppe landscape. Wide, flat land on a sandy bottom, the desert not far away. And yet it is really cold, I’m wrapped in several layers of wool. A few days later, the ride out of Beijing to Shanghai: hundreds of kilometers along the coast, millions of trees have been planted: the youngest just set, the oldest maybe 10 years old, some are older. In our media one could read that Beijing will be rolled over of the desert into the foreseeable future if the country takes no mesurementsThey dcidet to plant trees along the desert border for defense. – What has in the article smacks of nonsense and absurdity, appears here in the country in a different light: with 300-400 km / h, we fly on one of the most advanced train systems in the world almost completely smoothly (what a tremendous technical achievement, Germany’s DB-chaos can not keep up with this) through a landscape that extends as far as the eye can see with growing tree farms.

Diese werden nach dem Motto: „jeder freie Meter soll genutzt werden“ nach systematischer Baumschulenart ordentlich in Reihen gesetzt – und wachsen – Kilometer um Kilometer.
These are along the line of „every free meter is to be used“ planted properly in systematic way of a tree nursery in rows – and are growing – mile after mile.

Ständige Smogglocke, gefährlicher chaotischer staugefüllter Straßenverkehr, eine lärmende Stadt ohne Grünflächen, ein militärisch trainiertes und diszipliniertes Volk? – ?? Ich stelle hier mal ein paar Bilder ein:
Permanent Smog, dangerous chaotic jam-filled road, a noisy city without greenery, a military-trained and disciplined people? -? Let me present jsut a few pictures here:

Foto: Verbotene Stadt / Forbidden City

Herrliches Frühlingswetter mit klarem Himmel / Nice Weather, isn´t it?

Pekings Bussystem ist fast durchgängig elektrifiziert worden:
Die hunderttausende Zweiräder sind – durchweg und fast ausnahmslos – ELEKTISCH! Man stelle sich das mal vor angesichts des Dramas, das sich bei uns in Stuttgart ergibt bei dem Versuch, motorisierte Fahrräder einzuführen: Viele wollen sie – aber sie sind kaum bezahlbar. Woher haben denn nun all die Chinesen das Geld? Oder sind die hier billiger? Warum importieren wir die nicht? Wird der TÜV vorgeschoben (beim Fahrrad oder Mokick!), um der einheimischen Industrie ein Geldwertes Zukunftsgeschäft nicht zu verderben?

Beijing’s bus system has been almost universally electrified:
The hundreds of thousands of two-wheelers – consistently and almost without exception – WORKING ELECTRIC! Think of the drama which is here in Stuttgart with the attempt to introduce electrified motorized bikes: Many want them – but they are hardly affordable. Where have all the ordinary Chinese people now the money from to get them? Or are they cheaper here? Why we do not import them? Does the Technical Regulation TÜV have security complaints with a bicycle or moped!? Or shall the domestic industry be protected from cheap imports with this promising money value future business?

Peking hat riesige Parkanlagen – man kann sich Tagelang in der Innenstadt aufhalten, ohne vom Straßenverkehr belästigt zu werden. Die Kulturrevolution hat vieles stehen gelassen – Pagoden und Tempel aus der Kaiserzeit, so weit das Auge reicht. Und das Wetter ist doch auch nicht schlecht…?
Beijing has huge parks – you can stay for days in the city without being bothered by road traffic. The Cultural Revolution has left many – pagodas and temples of the empire extends as far as the eye. And the weather is not too bad …?


Lebensgefährlicher Autoverkehr? Meiner Ansicht nach grandios übertrieben – wir haben -zig Straßen gekreuzt, bei Rot und bei Grün, und leben immer noch. Indien ist VIEL chaotischer.

Als Ausländer kommt man alleine in Peking nicht klar? Alle Schilder sind auch in englischer Umschrift, die Metro ist modern, überschaubar eingerichtet und vorbildlichst organisiert: überall stehen Mitarbeiter und helfen den orientierungslosen Neulingen weiter – sogar auf Englisch!

Chinesen machen immer nur alles nach? – Man werfe mal einen Blick auf diese Skyline rund um Pekings Zentrum und betrachte diese Vielfalt an Architektonischen Kunstwerken, mit denen die Stadt gepflastert ist. Mit was soll man das vergleichen – etwa mit der stumpfsinnigen Baukastenweise aus Stuttgart (man denke nur an die schöne neue Bibliothek)?

Hazardous life endangering traffic? In my opinion, grandiose exaggeration – we crossed tens of roads in red and green traffic lights, and are still alive. India is MUCH more chaotic.

As a foreigner in Beijing alone it is not possible to get clear? All signs are in English transliteration, the Metro is modern, tasteful and on its best organized: everywhere where people might be disoriented is help for the newcomers – some staff speaks even English!

Chinese are always copiing just anything? – You throw a look at this skyline around Beijing’s center and look at this variety of architectural art, with which the city is paved. With what can we compare this – may be with the stupid modular way from Stuttgart architecture (just think of the „so very beautiful“ new library)?


Und dann die Menschen: lebenslustige, bodenständige und durchaus nahbare Zeitgenossen, die es verstehen, aus ihrem Leben das Beste zu machen. Leider ist das Meiste auf Vidoe und kann hier nicht bearbeitet werden, aber hier schon mal einige Bilder:
And then the people: fun-loving, down to earth and very approachable contemporaries who know how to make with their life the best. Unfortunately, most of it is on Video and can not be edited here, but here are some pictures at least:


Foto: in den Parks treffen sich die Menschen zum tanzen, Kartenspielen, singen und anderen Betätigungen. Sie verkleiden sich für ihr Leben gerne!
Photo: in the parks, people meet for dancing, card playing, singing and other activities. They love dressing up so much!

Foto: in der Lotusblüte über den See… Freizeitvergnügen am Sonntag

Besonders für Andreas klasse: Das Essen in China ist durchweg gut und zum Teil hervorragend:
Specially Andreas loves it: Food in China is even in small places really good and one can eat REALLY delicious!

Foto oben: so sieht Pekingente auf Chinesisch aus / Picutre above: Beijing duck in Chinese way to serve it

Ach ja – der Bahnhof in Peking: leider ist dieses futuristische Gebäude kaum fotografierbar aufgrund seiner Ausmasse, auch diese Bilder müssen auf die Videoauswertung warten. Aber die Züge sind deutsche ICE-Technik. Alle Sitze können in Fahrtrichtung gedreht werden (das hat die Deutsche Bahn auch noch nicht geschafft).
Oh yes – there is the railway station in Beijing, the trains are German ICE technology. All seats can be rotated in the direction of travel (which the German Railways didn´t manage to archieve until now).

Und hier das Zugklo – wer die Servicewüste Deutschalnd kennt, sehnt sich ja geradezu nach diesem Land:
And here the Train toilet: – Who is accustomed to the unpolite service desert in Germany, can just dream about this city.


Preisfrage: wann musste der verehrte Leser in Deutschland letztes mal auf ein öffentliches Klo – und was hat er dafür bezahlt und bekommen? In unserem Land machen wir mittlerweile Abzocke mit allem und jedem (Stichwort Sanifair) – in Peking sind die Klos genauso sauber – aber umsonst!

In Germany, if you need a public toilet, you will stumble more and more about companies like Sanifair – they love to be at places where people have no chance but to use them: they charge nearly one Euro by now for using the „pot“ – but their toilets are no more clean than the fee free toilets of Beijing.



Eurythmy Therapy and more Institutions

Indien Posted on Sa, Dezember 10, 2011 15:35:16

Wie geht Heileurythmie ohne gemeinsame Sprache – und was ist aus mir geworden? – How to work with eurythmy therapy with no common language – and what’s become of me here in India?

Wer hier mitgelesen hat, erinnert sich: Jivak, der Arzt, hatte mich einmalig im Himalaja getroffen und jenseits von wenigen Stunden Kunsteurythmie keine Ahnung, was ich eigentlich beruflich treibe. Immerhin sehr mutig, mich einzuladen. So geht es zu Anfang erst mal um die Frage, was ich eigentlich mache. Und nicht nur Jivak will das wissen – jeder fragt mich. Und natürlich möchte jeder gerne eine persönliche Einführung, statt auf einen allgemeinen Einführungsabend zu warten. Die ersten Tage bin ich fast nur am Reden. Und wundere mich, warum meine Stimme nicht mitmacht. Erst viel später realisiere ich, daß der beständige Lärm von Rikhshas, Hupen, Dröhnen und sonstigem aktustischem Ausdruck indischer Lebensfreude für einen ständig anwesenden Lautstärkepegel sorgt, den ich nicht gewohnt bin und zu übertönen versuche.

Who here has read along, recalls: Jivak, the doctor who had once met me in the Himalayas and – beyond a few hours eurythmie as an art – has no idea what kind of a therapy I am working with – which possibilities this has and what it requires. After all: very brave, to invite me. So it is only a beginning to look around the question of what I am doing. And not only Jivak wants to know – everyone asks me. And of course everyone likes to have a personal introduction, rather than to wait for the general introduction at one of the evening. The first days I’m almost just talking. And I wonder why my voice gives up. Only much later I realize that the constant noise of Rikhshas, horns, drones and other Indian acustic expressed joy: this ever-present volume, which I’m not used to, kills my voice because I talk louder than usual.

Untergebracht bin ich in einem Zentrum dieser internationalen Buddhistischen Bewegung, aus der viele NGO-Projekte entsprungen sind – unter anderem eben auch die Heime, die ich jetzt sehe. Dieses Zentrum beherbergt einen großen Andachtsraum, eine Bibliothek mit unzähligen Büchern zum Buddhismus und Religionen im Allgemeinen sowie eine Küche, die jeden verköstigt, der zur rechten Zeit kommt.

I am housed in a center of the international Buddhist movement, from which many NGO projects have arisen – including just the homes that I see now. This center houses a large prayer room, a library with numerous books on Buddhism and religions subjects in general as well as a kitchen, the feeds everyone who comes at the right time.

Neben der Arbeit im Mädchenheim schickt mir Jivak eine Unmenge an Patienten, die zum Teil schon Jahrzehnte chronisch krank sind. Und ich stehe in den ersten Tagen voller Entsetzen zwischen der immensen Hoffnung, die diese Menschen in mich legen, und meinen Hilfeschreien an Jivak: denn natürlich brauchen derartige Gesundheitliche Probleme eine wirklich langfristige Betreuung und in 3 Wochen mit 5 Stunden ist da wirklich rein gar nichts auszurichten ausser vielleicht – wenn es gut geht – daß die Leute ein paar angenehme Stunden hatten durch die Übungen. Die Biografien, in die ich dabei schaue, sind mein erster wirklicher Kulturschock in diesem Land: arme Menschen, zum Teil ohne Schulbildung, die oft noch die Familien der Geschwister mit ernähren.

Besides working in the girl’s home Jivak sends me a ton of patients, some of which have been chronically ill for decades. And I stand in the first days in the terror between the immense hope which these people put in me, and my cries for help to Jivak: because of course such health problems need a real long-term care and in 3 weeks with 5 hours there is really absolutely nothing to gain except perhaps – if all goes well – that the people had a few pleasant hours through the exercises and a few new ideas. The biographies in which I look here are my first real culture shock in this country: poor people, sometimes without the education, which often feed the additional families of the siblings – what a difference to our well-of western countries.

Tja, und nun – die Übersetzungen: die erwachsenen Patienten, die sich nicht selber verständigen können, kommen mit Ehemann zur Anamnese – Jivak fand das ganz normal. Die Heileurythmie selber habe ich aber nun nur mit den Betroffenen gemacht, für etwaige Fragen haben wir Jivak in der Klinik als Übersetzungshilfe angerufen – in Indien geht eben alles.

Well, now – the translations: the adult patients who can not communicate theirself are coming with their husband for the medical history – Jivak found that perfectly normal. But the Eurythmy therapy itself I have now done only with the person itself: For any questions we have called Jivak in the clinic as a translation device – just in India, anything goes.

Im Mädchenheim organisiere ich mir kurzfristig im Last-Minute-Verfahren einen Übersetzer hier aus dem Haus, der sich für die erste Stunde der Mädchen aufopfert – und danach geliefert ist. Wir haben für den Anfang traumatisierte Mädchen ausgewählt, die unter diversen Symptomen (Alpträume, Bauchweh und sonstiges) leiden, aber lächeln konnten und hoffnungsvoll erschienen und sich in der Einrichtung wohlzufühlen scheinen. Diese asiatischen Herzen fliegen einem ja im Fluge zu – aber darf ich mit Kindern, die bereits von Menschen geschlagen, getreten, mißbraucht wurden, an mich binden – für 3 Wochen, und dann bin ich wieder weg? Sicher nicht. Ich wähle für die Behandlung den schwereren Weg und stelle diese 11-12 jährigen von vornherein auf sich selber: ich stütze und erwecke in ihnen Selbstsicherheit und Unabhängigkeit. Hier im Asiatischen Raum, der eigentlich keine Privatsphäre kennt, sicher ein ungewöhnliches Verfahren. Aber die Entscheidung erweist sich als richtig. Für die 2. Behandlung der Kinder helfen Eingangs in paar Minuten mal der Englischlehrer aus, mal eine sehr gut englisch sprechende Betreuerin, die mehrere Stunden dabei bleibt. Ab der 3. Behandlung sind alle Mädchen mit mir alleine, wobei wir meist zu Beginn der Stunde jemanden haben, der kurz für die allfälligen Fragen zur verfügung steht: Wie geht es Dir? Gut geschlafen? Gab es etwas Besonderes? Der Rest geht ohne Dritte – und er geht gut, auch mit meinem größten Sorgenkind.

In the girls‘ home, I organize myself on short time in a last-minute procedure a translator here from out of the house: Amil, which sacrificed himself for the first hour of treatment of the girls – and is then finished. We have chosen to start with traumatized girls who can still smile and have various symptoms (nightmares, stomach aches and other), but appeared hopeful and seemed to feel comfortable in the facility. These Asian hearts fly to you, yes – so it would be very easy to work on that line and let them love me. But with children who have been beaten, dissapointed and traumatised by people and who were already abused – can I bind them to me for the just 3 weeks, and then I’m gone? Certainly not. I choose to treat the more difficult path and put this 11-12 years from the outset to theirself: I support and inspire in them confidence and independence. Here in the Asian region, in which the culture really knows no privacy, certainly an unusual procedure. But the decision proved to be correct. For the second treatment of the children I received help for just few minutes at the beginning of the lesson from the time English teacher, sometimes a very good English-speaking warden who stays here for several hours helps out. From the 3rd Treatment are all the girls with me alone, and we usually have at the beginning of the day someone who is able to translate any possible questions: How are you? Did you sleep well? Was there something special? The rest goes without a third party – and works well, even with the child which is my biggest concern.

Und dann die Einführungen: Wieder ganz Indien! Die erste Einführung ist in einem Tempel, in dem Jivak normalerweise seine Stunden gibt: Eigentlich weiß er, daß wir für das Bewegen Platz brauchen. Aber das ist nun seine Lösung: 40 m2. Statt 20 Leuten sind nur 6 da, die anderen sind in irgendeiner anderen Veranstaltung. Also fange ich halt an mit einer Einleitung im Sitzen. Im Laufe der nächsten 40 Minuten tröpfeln weitere 18 Leute ein und wir verlagern die praktische Einführung kurzerhand auf eine Woche später. Aber eben auch dieses ist Indien: ich habe nie eine spirituellere Einführung zur Eurythmie gehalten als hier – das würde bei uns keinen interessieren. So wird das ein tief bewegter Abend mit diesen fremden und zunächst distanzierten Menschen, in dem viel Nähe und Verbindung geschaffen wird. Überhaupt ist das eine Signatur der ersten Woche: wenig ist so organisiert wie wir das in Deutschland kennen und das Meiste wird kurzfristig wieder umgearbeitet – aber alles erweist sich als GENAU RICHTIG. Ist auch das eine spirituelle Gesetzmässigkeit dieses Landes, daß das unregulierte Chaos eben auch viel mehr geistiges Leben möglich macht, das sich nach seinen eigenen Gesetzen spontan entfaltet, als in unserem durchstrukturierten – oder sollte man sagen: durchmechanisierten – Land?

And then the introductions: again all typical India! The first launch is in a temple in which usually Jivak gives his buddhistic sessions: Actually, he knows that we need moving space. But this now is his solution: 40 m2. But instead of 20 people there are only six, the others are in some other event. So I started with the introduction by talking and just sitting. Over the next 40 minutes, another 18 people dribble in and we summarily relocate the practical introduction to one week later in an other room. But also this is India: I have never held a more spiritual introduction to eurythmy as here – nobody would be interested in our country to that approach. So that is a deeply moving evening with these at first strange and distant people and a closeness and a linkage is formed. It is a signature of the first week that little is organized the way as we know it in Germany, but a huge amount of organisation goes behind the courtains through Jivak and just in time. BUT: inspite of the seemingly chaos everything turns out to be EXACTLY RIGHT. Is this a spiritual law of this country: that the unregulated chaos makes just a lot more spiritual life possible, which spontaneously develops under its own laws, then in our highly structured – or should one say: mecanisiesed – country, where there seems to be no more time and energy to be spiritual and emotional moved?

Kugelübungen bei der ersten Einführung / Excersise with balls in the first introduction:

Die ersten Tage bergen so viel Neues, so viele Herausforderungen, daß ich kaum schlafe und dann irgendwann – siehe oben – meine Stimme kollabiert. Ab Donnerstag bin ich krank, ausgeschaltet und bekomme keinen Ton mehr raus. Das Wochenende in dem Retreat bringt dann neue Kräfte und diese Woche jetzt ging Problemlos.

The first few days involve so many new things, so many challenges that I sleep little and then eventually – see above – my voice collapses. Starting Thursday, I’m sick and get no more sound out. The weekend at the retreat, then brings new strength and this week went without problems now.

Das Heim für die Jungens /The Hostel for the Boys:

Ca 80 Jungen leben, lernen, essen und schlafen hier auf ca 2x 100 m2 – und sind damit glücklich: sie wissen, daß sie alternativ auf der Strasse betteln oder in den Feldern arbeiten müssten. Statt dessen bekommen sie eine Schulbildung. Die Geschichten sind nicht anders als im Mädchenheim.

Approximately 80 boys live, learn, eat and sleep here at about 2 x 100 m2 – and are happy: they ought to know, alternatively, that they beg on the streets or working in the fields. Instead, they get an education. The stories are no different than in the girls‘ home. All the pictures are made ba the leader VIVEKBHADRA from this place called Lohegaon.

Hier werde ich vor die Mannschaft mit dem Englisch Lehrer als Übersetzer auf einen Stuhl gesetzt, und 2 Kulturen begegnen sich staunend. Die Schüler stellen Fragen, ich antworte. Viel wird auch gelacht, vor allem am Anfang.

Here I got a chair infront of the whole team and the boys with the english teachers as a translator, and two cultures meet each other in amazement. The students ask questions, I answer. Much laughter is there, especially at the beginning.

Irgendwann möchte einer der grösseren Jungs ein deutsches Lied von mir hören. Spontan denke ich an das russische kalinka, das ich zum Stabwerfen mit dem Rhythmus vv_ nutze. Nur – wo sind Stäbe? Am Ende werden mit viel Aufwand in der Nachbarschaft diese beiden Stöcke aufgetrieben – und der fragestellende Schüler läßt sich auf das Abenteuer ein. Da dieser Rhythmus in Pune offensichtlich auch zum Beifallklatschen verwendet wird, endet das Experiment damit, daß beide Stöcke fliegen, die Schüler klatschen und ich Kalinka singe – mit Beschleunigung: der Junge war fit.

Eventually one of the bigger boys want to hear a German song of mine. I spontaneously think of the Russian Kalinka, which I use for the eurythmy excercise of throwing sticks with the rhythm vv_. But – where are rods? In the end, with a lot of effort some are raised in the vicinity of the place – and the questioner pupils is in for an adventure. Because this rhythm is used in Pune obviously also for the applause, the experiment ends with both sticks flying, the students clap and I sing the Kalinka – with acceleration of speed: the boy was fit!

Im Mädchenheim / In the Girl´s Hostel

laufen diverse Tanzprogramme am Nachmittag: erstklassige, richtig gut tanzende Männer kommen, bestätigen und befeuern diese Mädchen, geben ihnen Freude und Selbstwertgefühl. Auch Karate oder eine ähnliche Kampftechnik sehe ich einen Nachmittag. Ich beginne zu verstehen, wie diese Erfolge und Veränderungen in den Kindern geweckt werden.

Meanwhile various dance programs in the afternoon happen fro the girls: first class, really good dancing men are teaching, and fueling these girls, give them joy and self-esteem. I begin to understand how these successes and changes are awakened in the children. Also one martial arts session I get to watch.

Das „Children of Sexworkers-Project“:

Ziemlich weit ausserhalb von Pune liegt diese Einrichtung / This facility is pretty far outside of Pune.

Hier leben knapp 90 Kinder von Prostituierten. Das Schicksal dieser Kinder ist auch für indische Verhältnisse erschütternd. Die Mütter legen die Kleinen, wenn der Freier kommt, unter das Bett. Ist das Kind nicht ruhig, wird es mit Opium still gestellt. Da die Mutter oft HIV-infiziert ist, sind viele Kinder hier Vollweise, da sie natürlich keinen bekannten Vater haben.

Here are living nearly 90 children of prostitutes. The fate of these children is staggering even by Indian standards. The mothers put the little ones, if a customer comes, under the bed. If the child is not calm, it is silenced with opium. Since many mothers are (or were) infected with HIV, many children are here full orphanages, because they obviously have no known father.

Diese Kinder machen auch jetzt noch tagtäglich die Erfahrung, daß sie für ihre Umgebung der letzte Dreck sind: die Bewohner der Nachbarschaft werfen schon mal mit Steinen.

These children make the experience even now, every day, that they are treated like dirt from their outside environment: the residents of the neighborhood even occasionaly hrow stones at them.

Die Kinder werden zum Teil schon mit 6 Monaten in der Einrichtung aufgenommen. Je ein älteres Kind betreut ein jüngeres Kind mit – in Indien ja ein völlig normales Vorgehen. Nur zum Schulgang verlassen sie das Gelände.

The children are accepted in part already at the age of 6 months in the facility. Each older child cares for an a younger child – in India, this is a perfectly normal procedure. Only for school visit they leave the grounds.

Die Ältesten lernen irgendetwas und tragen die erworbenen Fähigkeiten zurück in die Gemeinschaft. Hier lernen die Kinder auch, Gemüse anzubauen, so daß sie sich später mal selber versorgen können, wenn sie eigene Familie haben.

The elders learn something and take back the acquired skills in the community. Here the children learn for example to grow vegetables, so that they can feed themselves in later times, when they have their own family.

Einige Ältere führen mir einen Tanz auf: von einer Bauernfamilie, die auf Regen wartet, der nicht kommt. Die Bilder hierzu müssen warten, da ich die Videos hier nicht bearbeiten kann, aber eines wird deutlich: diese jungen Menschen wissen, was Leid und Verzweiflung ist.

Some older girls perform a dance, which is about a farming family that is waiting for rain that does not come. The pictures about this have to wait, because I can not edit the videos here, but one thing is clear: these young people know what is sorrow and despair.



Adventures on a weekend

Indien Posted on So, Dezember 04, 2011 14:46:55

Eigendlich sollte ich etwas über meine Arbeit schreiben – aber ich komme schlicht nicht hinterher. Daher stelle ich mal ein paar Bilder ein von meinem Wochenendausflug – abenteuerlich genug war er:

I know, I should write something about my work – but I am simply behind my scedule. Therefore, I put a few pictures from my last weekend – it was adventurous enough:

Da meine Stimme sich grundlegend verabschiedet hat, entscheide ich mich für einen Tag Ruhe und möchte buddhistische Höhlen besuchen, ca 1 Stunde Zugfahrt weg von Pune. Jivak übergibt mir „last minute“ im Zug ein Paket für einen Freund, man erfreue sich an dem Bild eines fast leeren Abteils:

As my voice has left me fundamental, I opted for a day of rest and wanted to visit Buddhist caves, which are about 1 hour train ride away from Pune. Jivak handed me a „last minute“ package over in thee train for a friend, you may enjoy a picture of a nearly empty train compartement:

In der Nähe ist ein Retreat von der Gemeinschaft, bei der ich hier unter gkommen bin. Offensichtlich unangemeldet und unerwartet treffe ich hier nach Einbruch der Dunkelheit ein, im wahrsten Sinne ahnungslos.

Nearby the caves is a retreat from the Pune-community in which I am guest here. Apparently unannounced and unexpectedly I arrive here after dark, literally clueless what will expect me.

Nach dem Lärm und Spektakel in Pune ist das hier das reinste Paradies – und auch ohne den Vergleich mit Pune wäre es das – allerdings auch mit allen Facetten…. Mit Taschenlampen laufen wir die letzten 2 km über einen von Hand geebneten Pfad der Gemeinschaft.

After the noise and spectacle in Pune, this is the purest paradise – and even without the comparison with Pune it is one – …. but with all facets. With flashlights we walk the last 2 km of a by hand flattened path of the Community.

Diese beiden Herren sind 2 der 3 Bewohner dieser grossen Anlage an diesem Wochenende und zaubern dem unerwarteten Gast ein Abendbrot.

These two gentlemen are two of the three residents of this great facility at this weekend, and conjure the unexpected guest a dinner.

Ich bekomme gleich einen ganzen Trakt zugewiesen, in dem niemand ist ausser der Natur und werde mit den Worten verabscheidet: „Always close the door, never open ist“. Na ja…? Ach ja – und es habe Schlangen hier – die haben aber Angst vor uns – immerhin wohnen wir in ihrem Haus. Ja, eben ganz buddhistisch gedacht.

I get a whole wing assigned to myself, in which no one is there – besides me and the nature. My host leaves me with the words: „Always close the door, never open it.“ Well …? Oh yes – and there are snakes here – but they are afraid about us humans – after all, we live in her house… Yes, just a very Buddhist thinking. And the man means it, I can feel that.

Der erste Besuch ist von einer Fledermaus, die sich auf rätselhafte Weise in mein Zimemr verirrt. Es dauert eine Weile, bis das entsetzte Tier die nun geöffnete Tür und somit den Ausgang findet.

The first visit I get in the night is by a bat who gets lost in a mysterious way in my room. It takes a while before the terrified animal finds the now open door and thuscan make for an exit.

Nach Mitternacht werde ich nochmal wach, setze mich vor meinem Zimemr ins Freie und geniesse die milde Nacht. Ein Frosch hüpft vorbei und wie ich die Kamera aus dem Zimmer hole, um ihn zu fotografieren….

After midnight I’m awake again, I sit before my Room outside and enjoy the balmy night. A frog hops past and when I do get the camera out of the room to take his picture ….

… sehe ich diesen Gast hier – 1 m weg von meiner Tür. Ich bleibe vorsichtsalber auf meinem 1,5 m Abstand, habe aber irgendwie den Eindruck… – und richtig. Am nächsten Morgen erfahre ich: diese Lady ist eine schwarze Viper. Sehr nett.

… I see this guest here – 1 m away from my door. I stay on my calf with coution, it is just 1,5 m away from my roomdoor, but somehow the impression hasst something questioning, scarring … – And correct. The next morning I learn this lady is a black Viper. Very nice

Hier ein paar Bilder des Retreats – ich begegne noch mehr Schlangen, aber alle sind groß und schnell und damit nach Definition des Hauses nicht giftig.

Here are some pictures of the retreat – I meet even more snakes, but all are big and fast and therefore not toxic according to the definition of the house.

Am Vormittag dann wandere ich über die Felder hin zu den Höhlen – ein herrlicher Spaziergang über Land und an arbeitenden Menschen vorbei. Davon dann ein ander mal…

In the morning then I walk across the fields toward the caves – a beautiful walk over the country and along to working people. Of these, then at an other time



Ein Lebenstraum wird wahr

Indien Posted on Di, November 29, 2011 10:45:10

Ich lande mit dem Bus aus Mumbai auf irgendeiner Schnellstrasse auf der Rückseite eines riesigen Bahnhofs – und wer nicht da ist, ist Jivak.

But first things first .. :

I arrive by bus from Mumbai on a huge road, on first sight in the nowhere but then on the back of a huge train station – and who is not visible is Jivak.

Ein hilfsbereiter Inder ruft ihn an – er hatte auf der Vorderseite des Bahnhofs auf einen blauen Bus gewartet, derweil ich mit dem roten Bus offensichtlich wo anders lande. Mit im Auto seine Frau- und welche Überraschung: auch Asmita ist Ärztin und arbeitet in einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt in der internationalen AIDS-Forschung. Ein Nachmittag voller Gespräche und die Ereignisse überschlagen sich.

A helpful Indians calls him – and it turns out he was on the front of the station waiting for a blue bus, while I obviously reached somewhere else with the red bus. In the car with him is his wife Asmita – and what a surprise: even Asmita is a doctor working in a scientific research project in the international AIDS research. An afternoon of talks and events came thick and fast.

Jivak ist ein Ordensmitglied des buddhistischen Triratna-Ordens, der weltweit tätig ist. Der Orden hat diverse NGO-Projekte ins Leben gerufen, unter anderem den Karuna Trust, der Heime bereit hält, in denen Kinder der untersten Schichten zur Schule gehen können, statt auf dem Feld arbeiten zu müssen. In Pune gibt es ein Heim für Mädchen und eines für Jungen. Letzteres werde ich noch nicht mal ansehen können, so viel ist schon los.

Jivak is a member of the Buddhist Triratna Order, which is worldwide active. The Order has launched several NGO-projects, including the Karuna Trust, which holds ready homes, where children from the poorest people live and can go to school for free instead of working in the field. In Pune, there is a home for girls and one for boys. The latter I will not even see, so much is already to do.

Vater Alkoholiker, Eltern auseinander gegangen oder Vater gesorben, in 4-5 Fällen hat der Onkel die Mutter samt Kindern vor der Gewalt des Vaters zu sich ins Haus geholt. Mehrere psychiatrisch schwer erkrankte Mütter, diverse Väter, die Selbstmord beganngen haben.

An alcoholic father, or father which died, the parents parted. In 4-5 cases, the uncle of the mother takes her with children from the violence of the father to his house. Several severe psychiatrically sic mothers and several fathers who commit suicide.

Die Kinder, die wir gesehen haben, sind etliche Monate, maximal 1 Jahr in dem Heim. Nun sollte man eigentlich erwarten, in sich gezogene, verschreckte oder ängstliche Kinder zu sehen. Ja, einige haben Alpträume, ein Mädchen spricht nicht, mit uns aber schon. Etliche lasse ich mit den gespendeten Wachsblöcken Bilder für die Kinder in Deutschland malen und verspreche im Gegenzug, Bilder von Kindern aus Deutschland mitzubringen. Die eigentlich nur leicht in sich gezogenen Kinder verschwinden mit Papier und Farben und kommen mit leuchtenden Agen wieder: sie haben Bilder voller Hoffnung gemalt.

The children that we have seen, are several months or a maximum of 1 year in the home. Now one should expect, in the light of their experience to see frightened or anxious children. Yes, some have nightmares, a girl does not speak, but with us readily does. Several children I leave with the donated blocks of waxcolours to paint images „for the children in Germany“ and in return promise to bring pictures of children from Germany (and I am shure I will can do so). They dissappear with paper and colors and came back with glowing eyes: they painted pictures full of hope.

Wie erklärt sich die wundersame Verwandlung?

What explains this miraculous transformation?

Die Kinder leben in einem Heim, das nach Indischen Standard als Luxus gelten kann. Sie sind wunderschön gekleidet – ganz bestimmt nicht in den letzten Klamotten – und sehen durchweg wirklich gut genährt aus. Viele sind zu klein, weil es die Folge einer früheren Mangelernährung ist. Und sie alle scheinen fröhlich, neugierig und aufgeschlossen. Die Erzieherinnen sind wohlgelaunt, offen und herzlich. Nur ein Mädchen hat Heimweh – weil sie aus einer intakten Familie kommt, die aber möchte, daß sie hier zur Schule geht.

The children live in a home that applies to the standard of poor Indians as a pure luxury. They are dressed beautifully – certainly not in the last clothes – and are fed really well. Many are too small because it is the result of previous malnutrition. And they all seem happy, curious and open minded. The teachers are well-humored, open and warm. Only one girl is homesick – because it comes from an intact family, which wishes that she goes to school here.

Dies Bild wird aufgenommen, als die Kinder realisieren, daß ich jetzt zu einem Rundgang aufbrechen werde – Aufregung wie im Hühnerstall!

Bild: eine Erzieherin und der Heimleiter, der mit mir die Mädchenquartiere besichtigt, wo ich aufgeregt erwartet werde…

Die Neugierde mir gegenüber ist groß. Auch wenn die Kinder im wesentlichen mit dem Arzt kommunizieren und ich mich hinter meinem Laptop „verstecke“, verfolgen sie doch interessiert die Konversation zwischen mir und Arzt – und beantworten bereitwillig die Fragen, die ich über den Arzt hin stelle. Eine Geschichte ist so grausig, daß ich mich wundere, wie das Kind sie erzählen kann, ohne zu weinen.

The curiosity to me is great. Even if they communicate mainly with the doctor and I am hiding behind my laptop, they share couriously the conversation between me and the doctor – and willingly answer the questions that I ask down through Jivak. One story is so horrible, that I wonder how the child can tell this without crying.

Im Laufe des Nachmittags – ganz Indien – kommen die verschiedensten Leute uns in dem Health Camp besuchen – Heiler, Ärzte und andere Verantwortliche – und die Kinder bleiben auch bei vielen Gästen unbefangen.

During the afternoon – as might be typically in India – all sorts of people come visit us in the Health Camp – healers, more doctors and other officials – and the children remain at ease in spite of this many guests.

Die Kinder leben für ihre Verhältnisse in einem physischen wie auch sozialen Paradies, hat es den Anschein. Man schaue auf die Bilder, die ich noch aufladen werde. Und so leben sie auf. Wie sagt ein deutscher Dichter: Gib dem Menschen Kleider und Essen, die Würde ergibt sich dann von alleine.

The children live, for their standarts in a physical and social paradise, it seems. Just look at the pictures that I charge. And so they can live on in spite of individual tragedies. As a German writer says: Give the people clothes and food, is will then give them their dignity by itself.

Dieses Bild hier zum Schluß: es war das erste Bild, das ich in Auftrag gegeben hatte, gemalt von einem ca 11 jährigen Mädchen, das nicht spricht und sozial nicht interagiert. Hier das Ergebnis, das nicht auf Vorgaben beruhte:

This picture here was the first picture I ordered, it is painted by an approximately 11-year-old girl who does not speak and socially interact. Here are the results, the picture was not based on specifications of the task:

Ihr Haus ist kein Haus, sondern ähnelt einem Tempel. Die Tore sind weit offen, die Perspektive bereits klar erkennbar. Mit leuchtenden Augen kam sie mit dem Bild zu uns zurück. Und eine riesige Rose, die sie speziell für mich gemalt hat – ich werde mit ihr arbeiten können.

Her house is no house, but it resembles a temple. The gates are wide open, the perspective is already visible. With shining eyes she came back to us with her picture. And a huge rose she painted for me – I’ll be able to work with her.

Ach ja – ich habe zwar mittlerweile ein Telefon, aber keine funktionierende Internetverbindung. – Auch das soll sich aber lösen.



Gut angekommen

Indien Posted on Fr, November 25, 2011 16:49:36

Es ist schon so viel passiert, daß ich das natürlich gar nicht alles aufschreiben kann.

Zunächst mal reise ich – wie immer – mit Übergepäck. Allerine die Lederjacke versteckt noch mehrere Kilo an Büchern, Schokolade und Lakritze. Die Schokolade haben sich die Inder als Mitbringsel gewünscht.

Dann war der Ausblick aus meinem 1. Flieger recht beeindruckend – wer sitzt auch schon mal in Sichtweite eines Propellers?

Im 2. Flugzeug sitze ich neben einem Inder, der meine Geschichte hört: in Mumbai wird mich also der Freund eines Freundes von einem Freund abholen, den ich auch nur einmal gesehen habe. Und von dem, der mich abholen soll, habe ich nur den Namen, sonst gar nichts – kein Telefon, keine Adresse, kein Bild. Na so. Also, dafür daß ich nach Mitternacht in der Stadt ankäme, sei das aber doch mutig…?

Sonnenuntergang über dem Kaukasus

Der Freund über 3 Ecken kommt mit seiner Frau Gita, den Wagen fährt der Chauffeur – immerhin, es sit 1.30 morgends, und beide erweisen sich als gebildetes, englisch sprechendes junges Paar mit 2 schon grossen Kindern, die ausserordentlich offen, herzlich und fröhlich sind. Sie wohnen in der nördlichen Ecke des riesigen Zentrums von Mumbai auf 150 m3 und einem ganzen Stapel Zimmer. Er liebt Tiere und füttert die Krähen vor seinem Fenster mit allem möglichen. Ich versuche mal, ein paar Bilder hoch zu laden, weiß aber nicht, wie schnell die Verbindung ist.

Am Nachmittag war ich in der Stadt. An den Preisen, die mir die Händler anbieten, merke ich daß ich wohl noch sehr europäisch rieche – trotz Klamotten aus Kaschmir. Das Wetter ist warm und diesig, am Strand herrschte Ebbe und die Leute gingen aufs entstehende Watt um nach Tieren zu suchen. Und ja – ich finde mich schnell wieder zurecht und damit auch zu meiner Herberge zurück.



Leticia

Amazonasbecken Posted on Sa, September 18, 2010 09:45:55

Leticia und Tabatinga – oder die 2 Arten des Omertas

Das Flußufer eines Amazonasarmes: die Vorderseite gehört zum brasilianischen Tabatinga, das gegenüberliegende Ufer zu Perus Santa Rosa und rechts schliesst sich das kolumbianische Leticia an – sieht am Fluß überall gleich aus…

Wenn man 2000 km auf dem Amazonas und seinen Zuflüssen gereist ist, bekommt man ein Gefühl dafür, was das Land als Lebensgrundlage für seine Menschen so hergibt. Hier im Blog bin ich auf die Menschen, ihre Dörfer und Orte entlang des Flusses und die Betriebe und Erwerbsmöglichkeiten, mit denen sich die Leute ernähren können, noch nicht eingegangen. Das wird auf der Website demnächst nachgeholt, hier sei nur erwähnt, daß mich die Menschen und ihre Lebensgrundlage mit dem Fluß und dem Dschungel tief begeistert haben. Eines aber ist deutlich und entlang des gesamten Amazonas deutlich sichtbar: Reichtümer lassen sich dort nicht erwirtschaften, jedenfalls nicht für die Allgemeinbevölkerung eines Ortes abseits der wenigen grossen Städte und nicht auf legalem Weg. Die Menschen dort sind arm. Sie hungern nicht, aber sie kennen auch keinen Luxus.

Die Kolonialmächte und diverse kriegerische Auseinandersetzungen haben hinsichtlich der Grenzziehung zwischen Peru und Brasilien dazu geführt, daß Kolumbien einen Zugang zum Amazonas bekommen hat, entsprechend wurde eine Linie auf dem Reißbrett mit dem Lineal gezogen, die Kolumbien eine schnurgerade Grenzziehung durch den Regenwald gibt, der nicht durch Flüsse bedingt ist. Der Regenwald Kolumbiens ist Hoheitsgebiet der Guerillakämpfer – und der Drogenhändler. Leticia hat in dieser letzteren Hinsicht eine sehr unrühmliche Vergangenheit und wohl auch Gegenwart, auf die allerdings in keinem Reiseführer eingegangen wird. Leticia ist für Touristen eine absolute Erholung, ein ruhiges, vergleichsweise luxuriöses, völlig sicheres und entspanntes Pflaster, das auch viele Amerikaner als Basis nutzen, um den Dschungel kennen zu lernen. Einer der wenigen Orte, an dem man vor Dieben oder Entführungen meines Wissens nach eigentlich keine Angst haben muss.

Mike Tsalikis brachte Leticia zu seiner Größe. Wegen Drogenhandel in den 80´ern in den USA verurteilt, wird ihm auch sonst so einiges andere nachgesagt: Export von -hunderttausenden von Affen an die Pharmaindustrie und sonstwen, Handel mit Dschungeltieren und Tierhäuten und Agent der CIA sind die appetitlicheren Dinge, mit denen er in Verbindung gebracht wird. Aber auch nach seiner Verhaftung kommt der Ort nicht aus den Gerüchten um schlechte Machenschaften heraus. Menschen verschwinden, Tote tauchen im Amazonas auf ohne innere Organe und zudem ohne Köpfe. Neurologische Forschungsprojekte werden der Region nachgesagt, interessant scheint zu sein, auf welchen Grundlagen die teilweise hellsichtigen Fähigkeiten der indigenen Medizinmänner beruhen. Wer sich damit beschäftigen will, unten stehen die Quellenangaben. Alles in allem für uns ein Ort, den wir nicht umgehen wollen, da wir eh schon in der Region sind.

Eigentlich weiß ich nicht, was ich erwarten soll. Und so nehme ich mit einer gewissen Verblüffung wahr, wie extrem sich Leticia vom Rest der uns bekannten Dschungelorte unterscheidet. Das Brasilianische Tabatinga liegt direkt neben Leticia, Grenzkontrollen finden kaum statt, man kann hinüber laufen. Beide Orte haben dieselben natürlichen Ressourcen. Denselben Fluß, denselben Wald, dasselbe Land. Tabatinga hat viel Militär, diverse Hochschulen und anderes, was dem Ort eigentlich einen gewissen Wohlstand und Standard sichern könnte, und er ist ein wenig grösser. Tatsächlich könnte der Unterschied zwischen den Orten nicht grösser sein. Die Menschen in Tabatinga sind arm, der Ort sieht nicht anders aus als alle anderen Orte, die wir bisher gesehen haben. In den paar Läden einfachste Billigkleidung, einfachste Hängematten, ein paar einfachste rudimentäre Küchengeräte, das wars so etwa. In Leticia gibt es mehrere Einkaufszentren für technisches Gerät. Hier sehe ich mehr große, einen Meter breite Flachbildschirme neuester Machart (in einem Laden ca 20 Stück!), als in einer deutschen Kleinstadt. Einen Laden voll mit DVDs gibt es, der hat die mehrfache Größe eines üblichen kleinen Restaurants in Peruanischen Städten. Dessous, moderner Kinderspielzeugramsch in Rosa, dasselbe Zeug wie im Stuttgarter Spielwaren Kurz, nur der Laden lang nicht so groß, die Liste moderner Errungenschaften, die man hier kaufen kann, ließe sich fortsetzen. Mehr Motorräder als Menschen, meint man manchmal. Daß dieser Reichtum auch nicht von Bogota aus hier herunter abfärbt, wird uns dann in Bogota deutlich.

Ja, wo kommt jetzt der Reichtum her? Eine Reihe der Hotels haben Swimmingpools, in denen die Einheimischen ihre Kindergeburtstage feiern. Arm sind hier nur die Gemüsehändler und die Fischer.

Was mich tief betroffen macht, ist ein Blick auf die Menschen. Hier sitzen die Einheimischen zuhauf in den neuesten Klamotten in Cafes und Restaurants und geniessen das Leben. Frauen mit den Kinderwagen in den Cafes sind ein regulärer Anblick. Im übrigen Amazonasgebiet arbeiten die irgendwas und das ältere Geschwisterkind kümmert sich um die Kleinen, die Männer hängen mal für eine Weile in einer der kleinen Buden rum, aber das wars. Und hier lerne ich im Angesicht dieser Menschen, daß es zwei Arten des Omertas gibt: In Sizilien haben die Menschen Angst, darum schweigen sie, egal ob sie etwas wissen oder nicht. Hier – schweigen die Menschen, weil es eben die Mehrzahl der Menschen betrifft und diese von den Vorgängen profitieren. Die Männer wissen, was sie tun, und ihr Gesichtsausdruck mit seiner entspannten Lebenszufriedenheit sagt klar: Das ist unsere Sache und unser Ding und geht (in moralischer Hinsicht) keinen was an. Und ja, in der Tat, das kann man so sehen: das weiße Zeug geht an die westliche Menschheit und ihre reicheren und gebildeten Exemplare, und die sollten doch selber erwachsen genug sein um zu wissen, was sie wollen, oder nicht…? Nicht…?

Spricht man die Leute – egal welchen Bildungsstandes – auf den verblüffenden Unterschied zwischen Tabatinga und Leticia an, kommt ein wissend-verschämtes Lächeln und dann eine Standartantwort banaler nichtssagender Erklärungen, die sich problemlos auch wiedersprechen können und nur eines sagen: einfach nicht fragen – es gibt nichts zu sagen dazu.

Schon mein vager Versuch, die Auslagen in den Geschäften und die Straßen zu fotografieren, handelt mir unmittelbar misstrauische Blicke ein (in Bogota haben wir uns dann gar nicht mehr zu fotografieren getraut). Wer Wikipedia etwas kennt, dem sagt die Seite und die zugehörige Diskussionsseite alles. Einen Eintrag zu Mike Tsalikis gibt es erst gar nicht, obwohl der 1980 mit Kokain im Wert von einer viertel Milliarde Dollar erwischt wurde (!). Auch den Eintrag zu Bogota habe ich, genau wie diesen hier, vom sicheren PC von zuhause aus geschrieben und warte neugierig, ob ab bald dann meine Website nicht mehr erreichbar ist. Man wird sehen.

Die Bilder zum Vergleich von Tabatinga und Leticia kommen irgendwann auf die Website.

Noch eine der Quellenangaben: ein Redakteur der Süddeutschen Zeitung hat über Jahre hinweg recherchiert, und das ist das Ergebnis:

Thomas Kistner: Die Toten von Leticia. Organraub, Kokainschmuggel und Menschenjagt am Amazonas. DVA München, 2003



Der Markt in Iquitos

Amazonasbecken Posted on Do, September 16, 2010 20:43:41

Der Markt in Iquitos – nur für Magenfeste!

In Iquitos fallen wir erst mal in einem Mittelklassehotel ins Bett, wir sind total erledigt. Iquitos liegt direkt am Amazonasstrom, der sich an der Stelle bereits beginnt, in mehrere Flußarme aufzuteilen, daher sieht das gar nicht so spektakulär aus. Da uns die Zeit knapp geworden ist, richten wir uns nur auf einige Highlights, dazu gehört auch der Markt.

Alle Beschreibungen zu Iquitos und den Markt wurden wesentlich erweitert und haben nun eine eigene Seite auf meiner Website bekommen:

http://liebe-zur-erde.eu/iquitos.html



Auf dem Amazonas

Amazonasbecken Posted on Di, September 07, 2010 16:42:14

Von Pucallpa nach Iquitos: eine Flussfahrt im Amazonasbecken auf der Baylon II

Dieser Beitrag wurde, wesentlich erweitert, auf meine Website verfrachtet: endlos viele Bilder und Erlebnisberichte einer unvorhergesehen langen Fahrt:

http://www.liebe-zur-erde.eu/flubfahrt_auf_dem_amazonas.html



Puerto Maldonado

Amazonasbecken Posted on Sa, August 28, 2010 19:33:23

Im Dschungel: Puerto Maldonado, der Tambopata und Pucallpa

Auch diese Beiträge sind zwischenzeitlich auf die Website umgezogen, und das wesentlich erweitert:

http://www.liebe-zur-erde.eu/puerto_maldonado.html : Schilderung einer Goldgräberstadt im Dreiländereck Peru-Bolivien-Brasilien, unserem Sprungbrett in den Dschungel

http://www.liebe-zur-erde.eu/der_sandoval_lake.html : Bilder und Videos von der Sandoval-Lodge am gleichnahmigen See, einem Tier- und Vogelparadies.

http://www.liebe-zur-erde.eu/primarregenwald_.html : Bilder der Vegetation aus dem Primärregenwald am Sandoval und der Tambopataregion; Indianermythen.

Was auf der Website noch nicht eingestellt wurde, ist in diesem Beitrag verbleiben…

Nun sind wir in Pucallpa angekommen, der letzten Stadt mit Strasenverbindung. Hier, im Dschungel, dem „Sliva“, wie die Einheimischen selber die Region bezeichnen, gibt es zumindest keine halbwegs orentlichen Internetverbindungen, Bilder kommen somit erst irgendwann spaeter. Von hier aus geht es mit dem Boot bis nach Kolumbien, dessen Ort Lethicia dort liegt, wo offiziell der Fluss zum Amazonas wird.

Puerto Maldonado ist nur per Flug zu erreichen oder per Truck ueber eine Dschungelstrasse, was 3 Tage oder mehr dauern kann, denn die Wege sind extrem in jeder Hinsicht. Hier befinden sich grosse Naturschutzgebiete, wo man Primaerregenwald findet und wo das Jagen verboten ist. An dem Sandoval-See und in der Sandoval-Lodge haben wir uns vorsichtig mit dem Regenwald und seinen Bewohnern vertraut gemacht. Die Sandoval-Lodge hat gut ausgebildete Fuehrer mit Universitaetsabschluss, die ein vorsichtiges intellektuell gepraegtes Schonprogramm fahren.

Weiter ging es auf eine Tour den Tambopata hinauf, einen Fluss und in den gleichnahmigen Nationalpark, der gleichfalls noch verhaeltnismaessig unabgeholzt liegt. Hier hat uns unser naechster Fuehrer Rafael dann nachts mal kontrolliert einzeln im Dschungel hinter der Lodge alleine gelassen im Dunkeln, ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Rafael ist im Dschungel geboren, ein Einheimischer mit dem Instinkt des Menschen, der im Dschungel gelebt hat. Er hat uns nicht nur Tiere gezeigt, sondern konnte auch ueber die religioesen Vorstellungen der Indianer berichten und uns vermitteln, wie sie den Regenwld erleben. Das alles kommt dann im Herbst auf die Website.

Und was wir alles gesehen haben…. – Wildwasserfahren naechtlicherweise bei Vollmond, Primaerregenwald, schwimmende Kaimane, ein Kaiman-nest, Otter, 100 kg schwere Riesen-nager, dem Meerschweinchen verwandt, Schlangen, unmengen an Voegeln, Hunderte von Ara-Paerchen in allen Farben, Taranteln und andere Spinnen, Stabheuschrecken und und und…

Hier nur wenige Bilder als Appetithaepchen:

Von unseren Ausfluegen am Rio Tambopata

einmal Stabheuschrecke, ca 15 cm gross

Fliegender Schwarm von Amazonaspapageien im Morgenlicht

Aras bleiben ein Leben lang zusammen und sind immer gemeinsam unterwegs. Sie fliegen mit unendlicher Grazie und man bekommt ein Gefuehl von Freiheit und Freude, sie zu sehen. Hier sog. Scarlet Aras

Aras im Schwarm

Die groessten Nagetiere der Welt…

Schlange…

Wildwasser am Rio Tambopata

Goldgraeber bei der Arbeit, hier wird der Fluss umgegraben

Zwischen Puerto Maldonado und Pucallpa liegen mehrere Fluege oder 7 Tage reisen im Bus/Truck. Wir sind geflogen. und werden die naechsten 2 Wochen wohl kaum schreiben koennen, denn jetzt geht es mit den grossen Booten weiter…



Maccu Piccu

Peru Posted on Mo, August 23, 2010 17:43:02

Maccu Piccu – auch das waere also geschafft!

Es ist kaum vorstellbar, wie Maccu Piccu in der Landschaft liegt, und auch kaum beschreibbar, wenn man es nicht gesehen hat. Die umliegenden Berge sind so hoch und steil, wie ich es bislang noch nirgends gesehen habe! Manchmal neigen sich die steilen Formationen schon ueber und brechen dann Lage fuer Lage in gewaltigen Schichten ab ins Tal.

Ist man oben, eroeffnte sich ringsrum der Blick auf Schneeberge, derweil man viele hundert Meter tiefer das Flussbett sehen kann, das sich um den Berg windet.

Die alte Frage, worum es sich bei Maccu Piccu handelt, ob um eine Religioes-zeremonielle Staette, um eine Sommerresidenz des Koenigs oder Rueckzugsort fuer heilige Jungfrauen, beantworten die lokalen Fuehrer eindeutig: als einen Mystischen Ort. Dabei verweisen sie gerne auf ihre „Vorfahren“. Wir denken darueber anders, dennoch gehoert dieser Ort zu den sehenswertesten der Welt. Naeheres dann im Herbst auf der Website.

Jetzt sind wir in Puerto Maldonado, im Dschungel, und verschwinden fuer eine Weile von der Bildflaeche.

liebe Gruesse an alle zu Hause!



Titicacasee

Peru Posted on Fr, August 20, 2010 02:52:37

Am Titicacasee – Lebenswirklichkeit und Disneyland der Uros

Am Titicacasee (ausgesprochen Titichacha) zeigt sich wieder einmal: wir haben zu wenig Zeit. Manches Highlight lassen wir links liegen, erleben aber unsere ganz persoenlichen Hoehepunkte.

Der sehr ausführliche Reisebreicht mit sehr vielen Bildern findet sich nun auf meiner Website:

http://liebe-zur-erde.eu/titicacasee.html

und einem Video zu dem ursprünglichen Glauben der Uros:

http://www.liebe-zur-erde.eu/ursprunglicher_glaube_der_uros.html



Altiplano

Peru Posted on Di, August 17, 2010 20:08:00

Perus Altiplano in der Trockenzeit

Im Moment sind wir in Cusco angekommen,die Eindruecke stapeln sich ohne Changse, hier als Eïntrag abgearbeitet zu werden. Da ich zur Abwechslung mal eine halbwegs zuegige Internetverbindung habe, beginne ich heute mal mit den Bildern… dachte ich zumindest. Aber erst spinnt der Internetexplorer. Man kann halt nicht alles haben… nun habe ich den Ort gewechselt und erstmals in Peru gutes Equipment…!

Die hinter Arequipa aufragenden Berge wirken wie ein Riegel und begrenzen die Hochebene, das Altiplano, vom Westen her als Cordillera Occidental. Im Osten riegelt die Cordillera Oriental zum Regenwald und dem Amazonasbecken hin ab.

Dahinter erstreckt sich die Hochebene, die sich ueber tausende von Kilometern ueber Peru durch Bolivien und weiter nach Argentinien und Chile auf ca 3800 Hoehenmetern hinzieht. Obwohl der Pazifik im Westen und der Regenwald im Osten liegen, ist diese Hochebene ueberwiegend trocken. Die Atacamawueste ist die trockenste Wueste der Erde.

Wir reisen hier in der Trockenzeit, daher sind diese Weiten hier gelb gefaerbt von trockenem Gras. In der Regenzeit gehen hier regelrechte Wassermassen runter, dann ergruent alles. Anders als in Ladakh, wo jedes Tal wieder ganz anders ist und vielgestaltig, hat man hier den Eindruck einer gewissen Eintoenigkeit. Die Erde scheint einen Buckel zu machen, wobei weiter nicht viel mehr passiert.

Immer wieder werden die Weiten von kleinen Flusslaeufen und kleineren Seen durchzogen, an denen Voegel brueten. Das Gebiet ist laengst nich so ueberweidet wie wir das in Ladakh sehen mussten, im Gegenteil, hier haetten noch weit mehr Tiere Futter!

Hier oben leben Lamas, Alpakas, Schafe und wilde Vikunjas. Hier wilde Vikunjas an einer Wasserstelle:

An diesem See, der sich wundersamer Weise aus der Wueste schaelt, finden sich auch Flamingos, leider sind wir zum fotografieren zu weit weg.

Die Hochebene durchziehen kleine einzelne Ansiedlungen einzelner Familien, oft mehrer Kilometer voneinander getrennt. Somit haben die Kinder einen Schulweg on oft mehreren Stunden, wodurch sie von 9 Schulmonaten meist nur 5 Monate lang die Schule auch wirklich besuchen:

Einige der Gehoefte sind von den Familien fuer die Touristen zuganglich gemacht – wenn die Familie vor der Tuer steht und winkt, dann sind sie empfangsbereit, ansonsten nicht. Wir haben eine Familie besucht und fanden den Kontakt schoen und noch ganz unbefangen natuerlich, noch nicht touristisch als Affenstall wie spaeter am Titikakasee:

Die Hoefe sind rund angelegt, mit einer Aussenmauer und einer im Inneren nochmals kreisfoermigen Mauer. Drumherum gruppieren sich einzelne kleine Gebaeude, wie z.B. die Kueche, die Schlafraeume und manches andere. Wir wollten nicht ueberall reinschauen, obwohl wir eingeladen waren, solches zu tun. Hier ein eindruck von Haus und Herd und Nahrung:

Die Meerschweinchen oben sind – schockierend fuer unsere Kinder – ein ganz alltaegliches Nahrungsmittel fuer die Menschen und werden entsprechend gehalten.

Nun noch der Unterschied:

Das Lama oben, das Alpaka unten:

Andreas hat der Familie dann ein Spielzeug abgekauft – eine Steinschleuder, die dort tatsaechlich verwendet wird! Die Familie war darueber gluecklich und hat sich sehr bedankt, wir haben uns ueber die menschliche Begegnung gefreut, die noch nicht vom „Money-Making“ gepraegt war.

Und weiter demnaechst!



Reisefieber

Peru Posted on Sa, August 14, 2010 16:06:04

Ausführlich auf meiner Website:

Kondore in den Anden: http://www.liebe-zur-erde.eu/kondore_in_den_anden.html

Video eines Anden-Adlers: http://www.liebe-zur-erde.eu/adler_der_anden_-_video.html

im Reisefieber….

Chivay im Canjon de Colca, dort die Busstation. 3600 Meter ueber Meeresspiegel, ein 1300 Meter-Sprung, was Hoehe betrifft; wir haengen in der Wartehalle auf unbestimmte Zeit fest und schnaufen schwer.

„Die Sonne war zu stark, es ist zu heiss, meine Augen traenen, die Nase laeuft, die Brille ist verdreckt, es ist zu viel Trubel hier und ich weiss nicht, wie lange wir hier noch warten muessen. Alles in allem keine gute Voraussetzung fuer ein Gespraech.“ – Na denn.

Spaeter im Bus dann die erste echte peruanische Busfahrerfahrung: ungeteerte Holperstrecken, der Bus rammelvoll, Andreas fuer Stunden eingequetscht mit seinem Gepaeck. Noch fehlen allerdings Schafe, Ziegen und pinkelnde Kinder. (Bisher waren wir nur erste Klasse gefahren, aber hier im abgeschiedenen Canjon gibt es sowas nicht.)

Am naechsten Tag erwischt es mich: Hexenschuss vom Hinten sitzen im Bus auf besagter Strecke und in der Nachbarreihe ein kotzendes Kind auf dem Weg zum Titikakasee. Die Details erspare ich mir. Nichts bringt mich so an Grenzen…

Alles in Allem, nach 2 Tagen Ausflug im tiefsten Canjon der Erde: Andreas hat einen Vogel – und was fuer einen:

Andreas mit einem zahmen Anden-Adler! Auch von mir gibt es entsprechende Aufnahmen, aber als Film, das ist hier nicht einzugeben, findet sich aber hier:

http://www.liebe-zur-erde.eu/adler_der_anden_-_video.html

Warum wir den Ausflug gemacht haben? Unter anderem wegen der Anden-Kondore: In der an der Stelle ca 1300 m tiefen engen Schlucht nisten sie und sind eine Hauptattraktion fuer Touristen: 10 dieser Tiere waren an einem Moment gleichzeitig am Kreisen, zum Teil direkt ueber den Koepfen der Zuschauer…

http://www.liebe-zur-erde.eu/kondore_in_den_anden.html

Dieser Canjon liegt sehr abgeschieden und ist nur ueber einen 4800 Meter hohen Pass erreichbar. Die Bewohner haben sich hier in ungewohnt deutlicher Form ihre traditionalle Lebensweise bewahrt. Die Frauen und Kinder tragen die traditionellen Trachten, Maedchen in der Pubertaet sieht man ueberhaupt nicht auf den Strassen und die Menschen tragen sich nicht nur wuerdevoll stolz, sondern sind auch sehr Kamerascheu, vor allem die Frauen.



Arequipa – Kirchen und Leben

Peru Posted on Di, August 10, 2010 22:50:03

Arequipa: Kirchen, Museen, Feiern und die Plaza de Armas

Es ist der Sonntag vor dem grossen einwoechigen Fest der Stadtgruendung am 15.8. – die Bewohner hier feiern gerne und sind fuer ihre Lebensfreude bekannt, und das merkt man! (Die Stadt wird 470 Jahre alt). Wir schlendern morgends zur Plaza de Armas, dem zentralen Platz der Stadt vor der Kathedrale. Menschen haben sich hier eingefunden um sich auf dem Platz zu ergehen, Tauben zu fuettern, irgendwo entspannt zu sitzen und sich des schoenen Tages zu erfreuen. Auffallen bei den Menschen ist der direkte, freundliche Blick und die Kontaktoffenheit, das Leben auf dem Platz macht einen sehr entspannten Eindruck trotz internsiver Praesenz von Wachpersonal und Polizei.

Die Kathedrale ist aus dem weissen Sillar-Gestein gebaut wie vieles hier in der Stadt, das vulkanischen Ursprungs ist und weiss in der Sonne gleisst. Der 5822 Meter hohe Vulkan El Misti ist nur 17 Km weiter, sein Kegel pufft so leise vor sich hin. Regelmaessig gibt es hier grosse Erdbeben und taeglich auch kleinere Erdbewegungen.

Der El Misti ueberragt die Stadt um mehr als 3,5 Km!

700 000 Menschen wohnen hier, aber die Innenstadt ist sehr ruhig, man merkt von den vielen Menschen nichts. Das liegt ev auch daran, dass es in Peru viel weniger Autos pro Kopf gibt als bei uns, und die meisten die man sieht sind Taxis.

Die Kathedrale ist quer zum Plaza de Armas gebaut und darf die Flagge des Vatikan tragen. Die spanische Kolonialgeschichte und ihr Missionseifer ist ja ein Kapitel fuer sich, immer wieder in den Wochen haben wir uns gefragt beim Besuch von Kirchen, ob das Christentum auf das lokale religioese Empfinden draufgestuelpt wurde oder ein innerer Prozess stattgefunden hat. Keine der bislang besuchten Kirchen war mir sympathisch gewesen. Mit den Kirchen in Arequipa ist das anders. Sie scheinen eher einen Innenraum fuer religioeses Leben zu bilden als einen Machtanspruch zu verkoerpern. Immer wieder erleben wir in diesen Tagen eine grosse Innigkeit und Froemmigkeit der Menschen im Gebet, die sich dabei stark in sich selbst versenken. Die Kirchen sind auch unter der Woche gut besucht.

Das Franziskanerkloster La Recoleta

jenseits der Bruecke Grau hat ein Museum eingerichtet mit Kunst- und Gebrauchsgegenstaenden der einzelnen Peruanischen Kulturen, eine ganze Sammlung von ausgestopften Amazonastieren gehoert dazu. Bilder geben Einblick in das Leben der Amazonasindios zur Zeit der Missionierungen, Kleidung, Speere und Schmuck der Indios finden sich hier. Dieses Konvent, in dem aktuell noch 10 Padres leben, atmet eine grosse Stille und Frieden, wie ich es von manchem alten Kloster im Mittelmeerraum kenne, z.B. in Mljet von Sveti Maria. Die Padres haben sich mit der spanischen Besiedlung eine riesige Bibliothek eingerichtet mit Kostbarkeiten frueher Buchdruckerkust, in der man ein Leben verbringen kann!

Zurueck auf die Plaza de Armas:

Musik und Trommeln haben uns aus der Kathedrale auf die Strasse gelockt, und wir haben einfach Glueck: An diesem Morgen werden die Marienstatuen der verschiedenen Kirchen in einer Prozession mit grossem Tamtam, singen und tanzen durch die Strassen getragen, begleitet durch ein zirkusreifes Showprogramm professionell wirkender Taenzer.

ja, und auch die Gorillas gehoeren mit zur Prozession!

Diesen Sonntag Mittag feiern wir persoenlich in einem der Restaurants in den Arcadenboegen: nachdem wir nun wochenlang die 2$-Menues der Einheimischen mit Massen an trockenem Reis gegessen haben, bekommen iwr hier ein tolles lokales 3-Gaenge-Menu fuer 7 € – ein Festessen und Lebenselexier fuer Andreas, der sogar seinen Teller fotografiert.

Weiter geht es in den neachsten Tagen wieder mit viel Reisen – der Canjon del Colca, danach Puno am Titikakasee. Ev kann ich erst wieder in Cusco in einer Woche schreiben.

Bilder folgen noch, wie immer.

LIebe Gruesse an Alle zu hause!



Arequipa

Peru Posted on Di, August 10, 2010 22:28:17

Arequipa – Ferien von den Ferien

Um aus Pisco raus zu kommen, nehmen wir einmal mehr einen Nachtbus und verbringen die Nacht in den Ledersitzen der Royal Class von CIAL, die sogar quasi neue Busse fuehrt. Ziemlich verknautscht kommen wir – nach insgesamt ca 3500 Km in 7 Tagen in Bussen uaf einspurigen Strassen – in Arequipa an, und finden ein neues Land!

In der fruehen Daemmerung auf der Busfahrt klingelt das Handy erines Mitreisenden und weckt uns – welch ein Glueck. Vor dem staunenden Auge breitet sich eine helle Wueste im sanften Licht eines Nebel- und Wolkenfreien Morgens. In der Ferne sieht man die Gebirgszuege der Anden. Die 3 Vulkane, die Arequipa umgeben, heben sich mit ihrer Kegelform deutlich ab. Schritt fuer Schritt faerbt sich der Himmel roetlich, orangen und gelblich und ueberzieht das Land mit dem Abglanz des Lichtfeuers, mit dem die Sonne aus dem Amazonasbereich ueber die Berge herueber scheint. Und ploetzlich wird mir klar, was den Leuten an der Nebelgeplagten Kueste entgeht und sie vielleicht auf die ein oder andere Weise praegt: Ihnen fehlen die Hoffnungkraefte oder das Zukunftsvertrauen, mit denen die Sonnenaufgaenge verbunden sein koennen. Und mit steigender Hoehe – Arequipa liegt auf 2300 Hoehenmetern – fahren wir ein in die gleissende Lichtflut einer Bergwelt, die Wuestengepraegt ist: weisser Sand, helles Gestein von fast gleissendem Weiss ueber gelbliche und roetliche Farbtoene, der vulkanische Ursprung ist vielfach erahnbar.

Hier durch ein braungetoentes Busfenster fotografiert:

in der Ferne der Vulkan:

Der Moloch Lima mit seinen fast 10 Millionen Einwohnern liegt gaenzlich im Nebelbereich und man fragt sich schon, was all die dort eingesperrten Menschen dort hinzieht oder haelt. In Suedamerika ist die Landflucht auch stark darauf zurueck zu fuehren, dass grosse Unternehmen Land aufkaufen, z.B. fuer Monokulturen oder Viehzucht zur Fleischproduktion, und die Bewohner dann von dort vertreiben, gerade im Amazonasgebiet. Und die Leute wandern dann ueber tausende von Kilometern nach Sao Paolo oder eben Lima mit der Hoffnung auf Arbeit.

In Arequipa begruesst uns neues Leben: alle Busgesellschaften sind zentral an einem einzigen Terminal organisiert statt ueber die sTadt verteilt, und: Menschen laecheln uns an! Was fuer eine Erfahrung nach der In-sich-gekehrtheit der Kuestenbewohner Perus, die oft einen herben Zug im Gesicht zu haben scheinen. Die Menschen hier laecheln, gruessen – eine unmittelbare Menschlichkeit umfaengt uns.

Die Casa de Avilla

In der Casa de Avilla fallen wir nieder, haengen die Seele aus in deren herrlichem Garten, sehen dort Schildkroeten und Kolibries zu – und tun gar nichts, nischta, nothing. Pause. Ferien vom Ferien machen und Reisen.

Hier nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem Garten, der herrliche Liegemoeglichkeiten bietet!

Und die Berge in der Ferne!



Die Islas Bellavistas

Peru Posted on So, August 08, 2010 22:07:57

Die Islas Bellavistas bei Pisco – Erinnerung an arktisches Leben im Humboldtstrom!

Ein perfekter Ausflug, aber weh, die Organisation…

Wer Touren gewoehnt ist, die nach Gruppencharakter organisiert sind, wird auch mit diesen Bootsausfluegen zu den „Galappagosinseln fuer Arme“ zurecht kommen. Individualtouristen, die wissen, dass in diesem Land absolut kein Kontakt ohne eine Begruessung stattfindent, ist die Art, wie man hier als Schafherde mit Geld auf 2 Beinen herumgeschubst wird, in der positivsten Bezeichnung noch mit „ueberraschend“ zu kennzeichnen. Man koennte an der Abfertigung auch eine Aehnlichkeit zwischen Touristen und Guano erkennen: Beides muss man zusammenkratzen, ist Gold wert und muss auf Boote verfrachtet werden.

An der Kueste vor Pisco entlang, in ihren trostlosen Nebel gehuellt, ziehen sich nicht etwa kleinere Ansiedlungen und Fischerboote, nein. Die Wueste beherbergt industrielle Grossunternehmen: die Fischverarbeitungsanlagen mit ihren riesigen runden Behaeltern unterscheiden sich optisch kaum von denen der benachbarten Oelraffinerie, die Behaelter und Anlagen scheinen dieselben. Am Landungssteeg mit den sehr modernen Ausflugsschnellbootetn (2×150 PS), werden in absolut undurchsichtiger Organisation etwas 150-200 Touristen in wild verlaufenden Linien „geordnet“ und dabei zum Teil kommentarlos angefasst und herumgeschubst. Eine nette Anzahl von Panfloetenblaesern, Trommlern, Pelikan-fuers-Foto-Fuetterern, Kettenverkaufern und anderen Gestalten machen den fruehen Nebelmorgen perfekt. Zu der bereits vorab bezahlten Tour darf mann dann noch 1 SL „Landungsstegtax“ bezahlen, damit man ueberhaupt bis zum Boot kommen kann. Wir hatten bedauerlicherweise gerade kein Geld dabei…

Die Tour selber ist perfekt:

Moderne Boote, mehrsprachige Fuehrer, gute Ausruestung, alles vermutlich zentral organisiert. Hier sind die Bilder dessen, was man zu sehen bekommt:

Einmal hier Pelikan-fuettern

Hier vom Boot aus zu sehen der „Kandelaber“ el candelabro, eine Struktur wie die beruehmten Nazca-Linien in den sandigen Huegel gekratzt, 150 x 50 Meter gross:

Und dann die phantastische Tierwelt auf den Inseln….: der 2. Versuch des Bilderaufladens nun war Erfolgreich!

So, geschafft. Was hier jetzt fehlt, weil es nicht fotografierbar ist, sind die Vorgelschwaerme, die jagend ueber dem Meer kreisen. Immer wieder losen sich gleich 4 oder 5 Tiere aus dem Schwarm und stuerzen sich gleichzeitig in die Tiefe. Im letzten Moment ziehen sie die Fluegel ein, dann erinnern nur noch die Fontaenen im Wasser an ihren Einschlag. Kurz darauf kommen sie wieder hoch und fliegen weiter, als ob nichts war. Sehr beeindruckend zu sehen. Auch der tauchende und spielende Seeloewe liess sich nicht ablichten, er war zu schnell.

Und so weiter. Mittlerweile sind wir in Arequipa, 12 Stunde Busfahrt weiter, aber eine andere Welt. Davon demnaechst.

Liebe Gruesse an Alle!



Pisco – Ausflug am Ende der Welt

Peru Posted on Sa, August 07, 2010 19:30:50

Pisco – Ausflug am Ende der Welt

Wer Pisco etwa mit „Pissklo“ assoziiert, hat in mancher Hinsicht nicht ganz unrecht. Vor der Haustuer dieses Kuestenortes liegen die Islas Bellestas, Inseln mit unzaehligen bruetenden Vogelkolonien, die im Laufe der Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen haben: bis zu 50 Meter hoch war die Vogelscheisse, auch als Guano bekannt, sellenweise, bis der systematische Abbau begann. Mitte des 19 Jhd. wurde um diesen damals einzigen Peruanischen Exportartikel sogar Krieg gefuehrt.

Auch ansonsten hinterlaesst dieser Kuestenort im endlosen Nebel zwiespaeltige Gefuehle, denn er hat durchaus 2 Gesichter. Der Lonely Planet 2007 warnt in hoechsten Toenen vor der gegen Touristen gerichteten Kriminalitaet der Stadt, insbesondere Abends und Nachts. Auch die Schlepper und Taxifahrer sind beruehmt fuer die ueblichen Tricks: das Hotel, das man suche, sei gerade abgebrannt, ueberschwemmt, geschlossen, zusammengefallen vom Erdbeben vernichtet oder was auch immer. Kein Wunder, dass der Tourenverkaufer, der zu dem von mir gesuchten Hostels vom Erdbeben spricht, von mir mit Spott ueberzogen wird. Aber dann, welche Ueberraschung: das Erdbeben gab es wirklich, vor 3 Jahren, und das Hostel ist dabei auch zusammengefallen. Die Spuren davon ziehen sich durch die ganze Stadt, 1/3 der Gebaude sind immer noch beschaedigt oder inzwischen abgerissen. 200 Tote hatte die Stadt zu beklagen, es war eine nationale Katastrophe. Allerdings ist auch Wiederaufbauhilfe in die Stadt geflossen, die sehr selektiv verwendet wurde: Ein 7-Meter-Stueck Gehsteig ist zum Beispiel gepflastert und in weit besserem Zustand als die Strasse des zentralen Platzes direkt neben dem Gehsteig, die nur ein Staub- und Schotterhaufen ist. Staub ueber der Stadt, alle Gebaude, Pflanzen, Buesche, Autos verschwinden unter einer Staubschicht, denn ueberall wird noch gebaut. Im Zentrum Spielhoellen allenthalben. Der Laesterling kann sich nun fragen: Kam das Erdbeben wegen der Schlepper oder haben die Tourenverkaufer geahnt, dass ein Erdbeben kommen wuerde? Hier sehe ich erstmals eine Region, die von einer Naturkatasthrophe kuerzlich betroffen wurde. Rudolf Steiner differenziert ja zwischen Naturkatasthrophen und Zivilisationskatastrophen, da habe ich jetzt was zum Nachdenken.

Fuer die Bevoelkerung, vor der wir so ausgiebig gewarnt worden sind (bewaffnete Raubueberfaelle mitten im Zentrum), scheint das eine Art Katharsis und ein Stueck innerer Reinigung gewesen zu sein, vielleicht hin zu der Frage, was eigentlich wesentlich ist im Leben. Die Menschen haben nun etwas an sich, was ich nicht gut beschreiben kann, was vielleicht ein staerkerer gemeinschaftlicher Zusammenhalt genannt werden kann, das mich hier auch sicher fuehlen laesst. Das Aufgebot an Rikhschas jedoch, die sich am spaeten Nachmittag vor unserem Hotel zusammenrotten, laesst mich dann aber doch mulmig werden – wir bleiben im Haus. Auch sind Arbeitssuchende und Armut ueberdeutlich sichtbar. Im Umkreis der Stadt ist kein Anbau moeglich, kleinere Fischerboote sind nur wenige im Einsatz – wovon leben diese Menschen hier?

Am Nachmittag bricht allerdings die Sonne erstmals durch die Nebel, die Aufnahmen von der Stadt sind daher deutlich freundlicher. Die Spuren des Erdbebens sind ueberall sichtbar. Auch die Kirchen sind selbst nach 3 Jahren unveraendert in diesem Zustand. Dagegen ist 1/3 der Rikshas relativ neu, hier ist Geld hereingesteckt worden. Ein Peruaner hat uns erzaehlt, dass sehr viele Peruaner Dinge auf Kredit kaufen, ohne zu ueberschauen, was mit den Rueckzahlungen auf sie zu kommen kann.

Ja, die Bilder zu allen Texten stelle ich ein, sobald ich mal irgendwo bin, wo das geht.

Bis dahin liebe Gruesse!



Lima

Peru Posted on Mi, August 04, 2010 14:32:30

Lima – frieren auf dem 12. suedlichen Breitengrad auf Meereshoehe!

Auf dieser Tastatur kann ich die Buchstaben nur raten, aber ich versuch es mal mit dem Schreiben:

In wenigen Tagen haben wir fast 2000 Kilometer mit diversen Bussen zurueckgelegt, wir waren also ziemlich unterwegs! Equador und die Equadorianer, die uns ziemlich lieb geworden sind, haben wir verlassen und uns auf in den Sueden gemacht. „Sueden“ bedeutet hier nun nicht mehr Waerme, sondern das Gegenteil: mit dem Arktischen Humboldtstrom, der an der Westkueste Suedamerikas entlang fliesst, kommt kalte Luft und ein Nebel, der 2/3 des Jahres die Kueste Perus bedeckt. Und die Kueste selber ist ueberwiegend Wueste – richtig kahle Wueste. Nebel – Wueste im Nebel – Pazifikkueste im Nebel, das ist der Dreiklang, der den Reisenden umfaengt, Menschen und Landschaft praegt. Wie eine dumpfe Decke breitet sich dieser Nebel ueber dem Dasein dieses Kuestengebiets aus und verschafft in der Landschaft den Eindruck, wirklich am Ende der Welt angekommen zu sein.

Die Pan Amerikana durchzieht den Kontinent auf seiner Westseite und fuehrt uns ueber weite Teile direkt an derm Kueste entlang. An verhuellten, einsamen Straenden fliesst die Brandung in die Buchten, sitzen Vogelkolonien im Sand. Bei aller Einsamkeit und Wuesten, die ich liebe – hier wandern moechte ich nicht. Dieser dauernde Nebel muesste einen in Trostlosigkeit, Ziellosigkeit einhuellen und ganz auf sich selber zurueckwerfen. Kein Wunder, dass die Kueste kaum bewohnt ist und nur diverse Zweckbauten sich in den Sandflaechen verteilen.

Auf dem Weg nach Lima gab es jedoch so manches zu sehen. So waren wir einen Tag in Tumbes an der Nordgrenze Perus und verbrachten den Tag

in den Mangrovenwaeldern an der Kueste,

besichtigten eine Krolodilsfarm

und bestaunten die Vogelinsel: sie ist voll ueberzogen von Mangroven

und die Tiere nisten in den Zweigen, oft nur wenige Meter weg vom Boot.

Den Aufenthalt in Tumbes dankten wir der International operierenden Busgeselllschaft, bei der eine Hand nicht weiss, was die andere tut: Gestrichene Reservierungen, unzutreffende Tickets, aber auch sehr bemuehtes Personal und sichere Nachtbusse zeichnen Ormenos aus. Ja, und dabei mussten wir auch eine Grenze passieren:

Der Grenzuebergang bei Tumbes zwischen Equador und Peru

Dieser hat nach Lonely Planet den Ruf, der schlimmste Grenzuebergang Suedamerikas zu sein. Er erinnert mich an die Vorgaenge in Marokko Ende der 90ger Jahre, als ich von Marokko in die spanische Enklave Ceuta ueberwechseln wollte – Ceuta liegt noch auf dem afrikanischen Kontinent – ich werde diesen beiden Posten wohl eine eigene Seite auf der Website einrichten, daher hier nur ein Eindruck:

Das Personal der Busgesellschaft machte schon im Vorfeld darauf aufmerksm: „Don’t give anybody money, everything is free. Don’t change money there, everywhere else it is better“. Und: die Dame vom Personal stellte sich persoenlich in ihrer Busuniform vor den Schalter und ueberwachte leicht genervt die Abfertigungsprozedur, die immer wieder durch Schleppern unterbrochen wurde. So ein Grenzposten ist jedenfalls fuer alle Beteiligten eine lukrative Angelegenheit und alle berichteten Schikanen (endlose wartezeiten, beglaubigte Kopien – der Notar residiert nebenan – Ausweise aller Art und wer weiss was noch) beruhen nur auf einem Prinzip: moeglichst umfangreich abzocken zu koennen: Grenzbeamte, Polizei, Schlepper, Geldwechsler – stecken alle unter einer Decke und fuehren Teile des Gewinns an die jeweils vorgesetzte Stelle ab. Bei uns nun hat nur der Pass interessiert, schon die vorgeschriebene Gelbfieberimpfung wollte keiner mehr sehen. Und dem zerlumpten Argentinier, der noch nicht mal sein Tshirt richtig rum anhatte, hat eben das Bakschisch an den Schlepper geholfen – er wurde nicht nur vor uns an den Schalter gelassen unter Umgehung der langen Schlange, auch er hat ohne weitere Rueckfragen seinen Stempel bekommen. Sicherheitshalber hat die Station aber ein Schild ueber den Raum mit den vergitterten Abfertigungsschaltern gahaengt: „Alle offiziellen Handlungen finden nur in diesem Raum in den Boxen statt. Wir sind nicht verantwortlich fuer das Handeln anderer Personen“ . Das Schild ist aber klein und nur in Spanisch… Fotografieren haben wir uns dort natuerlich nicht getraut!

Liebe Gruesse an alle zu Hause!



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