Dezember 2012:

Und wieder – Indien!

Die Eindrücke in Mumbai – so kurz ich doch auch dort war – waren reichhaltig und finden einmal Eingang auf meiner Website. Da man nächtlicherweise mit dem Flieger ankommt und sich dann mit der Zeitumstellung erst mal zusammen raufen muß, ist Mumbai für mich 2 Tage Pflicht, bevor es weiter geht.

Diesmal war ich in Colaba untergebracht: direkt am Wasser, einen Steinwurf weg vom Gate of India und dem Taj Mahal Hotel. Man erinnert sich: vor einigen Jahren fand hier der Anschlag statt, der um die Welt ging. Seither sind rund um diese Schmuckstücke erhebliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Auch nachts sitzt an jeder Ecke ein Polizist oder wachmann, aber die Atmosphäre ist entspannt und lebensfroh. Mir macht das möglich, auch noch nach Mitternacht loszuziehen, um was zu essen zu suchen.

Eine weitere Mühsal ist eine neue Regelung, die mehr Ausdruck indischer Paranoia ist denn irgendeine vernünftige Wirksamkeit hat: Wer eine Simcard möchte, muß nun 4-5 Tage warten, bevor die frei geschaltet wird. Ein Antragsformular so dick wie der Visumsantrag muß mit Passbild eingereicht werden, dann wird geprüft. Das Ganze soll dazu dienen, Terroristen abzuschrecken, die nur für einen Anschlag ins Land kommen und dabei Telefone brauchen. Na ja – man kann sich den Effekt auf zukünftige Terroristen leicht ausrechnen: sie bringen halt eigene Telefone vom Ausland mit und haben dann halt das teurere Roaming. Aber gut. Jedenfalls bin ich Tagelang von der Aussenwelt abgeschnitten.

In Pune bin ich diesmal im Mädchenheim untergebracht. Und wieder bin ich erstaunt über die entspannte und fröhliche Stimmung der Mädchen im Haus, die sich hier sichtlich wohl fühlen. Einen Abend schleiche ich mich dazu, wie sie in der dunklen Halle gemeinsam einen Film schauen. Viele dieser Kinder haben ja keine Familie mehr in dem Sinne – aber hier entfaltet sich ein Gefühl von Heimat, von zu Hause sein, von Gemeinschaft. Sehr berührend, sehr beeindruckend.

Mein erster Einsatz ist im Boys Hostel – wie schon letztes Mal ein ungemein freundlicher Empfang!

Hier ein paar Bilder aus den Gruppen, die mit mir Eurythmie machen durften. Alle Bilder wurden von Vivekhbadar gemacht – er hat sie mir liebevollerweise zur Verfügung gestellt: – zum Vergrössern einfach drauf klicken!

Der vorletzte Herr hier oben ist der Englischlehrer Amar Gaikwad, der die Übersetzungen schmeisst. Daneben auf dem letzten Bild Vivekhbadar, der Heimleiter. Er hat mich gestern gerettet, indem er mir seine 2. Simkarte geliehen hat….!!!

Und dabei musste ich doch tatsächlich in diesem Wahnsinnsverkehr Nachts auf dem Motorrad heimgebracht werden, weil nichtsanderes mehr fuhr. Diese Wahnsinnsfahrer lassen oft ja nur ein paar Zentimeter zwischen sich und dem Nachbarn – egal ob das ein Karrenschieber, ein Fußgänger oder ein Laster ist. Dazu kommen das Tempo des Verkehrs und die Schlaglöcher. Langer Rede lkurzer Sinn: ich hatte die Wahl zwischen Panik und Schreikrämpfen – oder Augen schliessen. Ich habe mich zu letzterem entschlossen und eine ruhige Heimfahrt genossen…

Viele Menschen haben mit geholfen, daß diese Reise und Aktivitäten möglich werden konnte – ich möchte mich an dieser Stelle dafür herzlich bedanken. Schon jetzt ist deutlich geowrden, wie gut es war, erneut hier her zu kommen… !!!