Es ist schon so viel passiert, daß ich das natürlich gar nicht alles aufschreiben kann.

Zunächst mal reise ich – wie immer – mit Übergepäck. Allerine die Lederjacke versteckt noch mehrere Kilo an Büchern, Schokolade und Lakritze. Die Schokolade haben sich die Inder als Mitbringsel gewünscht.

Dann war der Ausblick aus meinem 1. Flieger recht beeindruckend – wer sitzt auch schon mal in Sichtweite eines Propellers?

Im 2. Flugzeug sitze ich neben einem Inder, der meine Geschichte hört: in Mumbai wird mich also der Freund eines Freundes von einem Freund abholen, den ich auch nur einmal gesehen habe. Und von dem, der mich abholen soll, habe ich nur den Namen, sonst gar nichts – kein Telefon, keine Adresse, kein Bild. Na so. Also, dafür daß ich nach Mitternacht in der Stadt ankäme, sei das aber doch mutig…?

Sonnenuntergang über dem Kaukasus

Der Freund über 3 Ecken kommt mit seiner Frau Gita, den Wagen fährt der Chauffeur – immerhin, es sit 1.30 morgends, und beide erweisen sich als gebildetes, englisch sprechendes junges Paar mit 2 schon grossen Kindern, die ausserordentlich offen, herzlich und fröhlich sind. Sie wohnen in der nördlichen Ecke des riesigen Zentrums von Mumbai auf 150 m3 und einem ganzen Stapel Zimmer. Er liebt Tiere und füttert die Krähen vor seinem Fenster mit allem möglichen. Ich versuche mal, ein paar Bilder hoch zu laden, weiß aber nicht, wie schnell die Verbindung ist.

Am Nachmittag war ich in der Stadt. An den Preisen, die mir die Händler anbieten, merke ich daß ich wohl noch sehr europäisch rieche – trotz Klamotten aus Kaschmir. Das Wetter ist warm und diesig, am Strand herrschte Ebbe und die Leute gingen aufs entstehende Watt um nach Tieren zu suchen. Und ja – ich finde mich schnell wieder zurecht und damit auch zu meiner Herberge zurück.