Arequipa: Kirchen, Museen, Feiern und die Plaza de Armas

Es ist der Sonntag vor dem grossen einwoechigen Fest der Stadtgruendung am 15.8. – die Bewohner hier feiern gerne und sind fuer ihre Lebensfreude bekannt, und das merkt man! (Die Stadt wird 470 Jahre alt). Wir schlendern morgends zur Plaza de Armas, dem zentralen Platz der Stadt vor der Kathedrale. Menschen haben sich hier eingefunden um sich auf dem Platz zu ergehen, Tauben zu fuettern, irgendwo entspannt zu sitzen und sich des schoenen Tages zu erfreuen. Auffallen bei den Menschen ist der direkte, freundliche Blick und die Kontaktoffenheit, das Leben auf dem Platz macht einen sehr entspannten Eindruck trotz internsiver Praesenz von Wachpersonal und Polizei.

Die Kathedrale ist aus dem weissen Sillar-Gestein gebaut wie vieles hier in der Stadt, das vulkanischen Ursprungs ist und weiss in der Sonne gleisst. Der 5822 Meter hohe Vulkan El Misti ist nur 17 Km weiter, sein Kegel pufft so leise vor sich hin. Regelmaessig gibt es hier grosse Erdbeben und taeglich auch kleinere Erdbewegungen.

Der El Misti ueberragt die Stadt um mehr als 3,5 Km!

700 000 Menschen wohnen hier, aber die Innenstadt ist sehr ruhig, man merkt von den vielen Menschen nichts. Das liegt ev auch daran, dass es in Peru viel weniger Autos pro Kopf gibt als bei uns, und die meisten die man sieht sind Taxis.

Die Kathedrale ist quer zum Plaza de Armas gebaut und darf die Flagge des Vatikan tragen. Die spanische Kolonialgeschichte und ihr Missionseifer ist ja ein Kapitel fuer sich, immer wieder in den Wochen haben wir uns gefragt beim Besuch von Kirchen, ob das Christentum auf das lokale religioese Empfinden draufgestuelpt wurde oder ein innerer Prozess stattgefunden hat. Keine der bislang besuchten Kirchen war mir sympathisch gewesen. Mit den Kirchen in Arequipa ist das anders. Sie scheinen eher einen Innenraum fuer religioeses Leben zu bilden als einen Machtanspruch zu verkoerpern. Immer wieder erleben wir in diesen Tagen eine grosse Innigkeit und Froemmigkeit der Menschen im Gebet, die sich dabei stark in sich selbst versenken. Die Kirchen sind auch unter der Woche gut besucht.

Das Franziskanerkloster La Recoleta

jenseits der Bruecke Grau hat ein Museum eingerichtet mit Kunst- und Gebrauchsgegenstaenden der einzelnen Peruanischen Kulturen, eine ganze Sammlung von ausgestopften Amazonastieren gehoert dazu. Bilder geben Einblick in das Leben der Amazonasindios zur Zeit der Missionierungen, Kleidung, Speere und Schmuck der Indios finden sich hier. Dieses Konvent, in dem aktuell noch 10 Padres leben, atmet eine grosse Stille und Frieden, wie ich es von manchem alten Kloster im Mittelmeerraum kenne, z.B. in Mljet von Sveti Maria. Die Padres haben sich mit der spanischen Besiedlung eine riesige Bibliothek eingerichtet mit Kostbarkeiten frueher Buchdruckerkust, in der man ein Leben verbringen kann!

Zurueck auf die Plaza de Armas:

Musik und Trommeln haben uns aus der Kathedrale auf die Strasse gelockt, und wir haben einfach Glueck: An diesem Morgen werden die Marienstatuen der verschiedenen Kirchen in einer Prozession mit grossem Tamtam, singen und tanzen durch die Strassen getragen, begleitet durch ein zirkusreifes Showprogramm professionell wirkender Taenzer.

ja, und auch die Gorillas gehoeren mit zur Prozession!

Diesen Sonntag Mittag feiern wir persoenlich in einem der Restaurants in den Arcadenboegen: nachdem wir nun wochenlang die 2$-Menues der Einheimischen mit Massen an trockenem Reis gegessen haben, bekommen iwr hier ein tolles lokales 3-Gaenge-Menu fuer 7 € – ein Festessen und Lebenselexier fuer Andreas, der sogar seinen Teller fotografiert.

Weiter geht es in den neachsten Tagen wieder mit viel Reisen – der Canjon del Colca, danach Puno am Titikakasee. Ev kann ich erst wieder in Cusco in einer Woche schreiben.

Bilder folgen noch, wie immer.

LIebe Gruesse an Alle zu hause!