Arequipa – Ferien von den Ferien

Um aus Pisco raus zu kommen, nehmen wir einmal mehr einen Nachtbus und verbringen die Nacht in den Ledersitzen der Royal Class von CIAL, die sogar quasi neue Busse fuehrt. Ziemlich verknautscht kommen wir – nach insgesamt ca 3500 Km in 7 Tagen in Bussen uaf einspurigen Strassen – in Arequipa an, und finden ein neues Land!

In der fruehen Daemmerung auf der Busfahrt klingelt das Handy erines Mitreisenden und weckt uns – welch ein Glueck. Vor dem staunenden Auge breitet sich eine helle Wueste im sanften Licht eines Nebel- und Wolkenfreien Morgens. In der Ferne sieht man die Gebirgszuege der Anden. Die 3 Vulkane, die Arequipa umgeben, heben sich mit ihrer Kegelform deutlich ab. Schritt fuer Schritt faerbt sich der Himmel roetlich, orangen und gelblich und ueberzieht das Land mit dem Abglanz des Lichtfeuers, mit dem die Sonne aus dem Amazonasbereich ueber die Berge herueber scheint. Und ploetzlich wird mir klar, was den Leuten an der Nebelgeplagten Kueste entgeht und sie vielleicht auf die ein oder andere Weise praegt: Ihnen fehlen die Hoffnungkraefte oder das Zukunftsvertrauen, mit denen die Sonnenaufgaenge verbunden sein koennen. Und mit steigender Hoehe – Arequipa liegt auf 2300 Hoehenmetern – fahren wir ein in die gleissende Lichtflut einer Bergwelt, die Wuestengepraegt ist: weisser Sand, helles Gestein von fast gleissendem Weiss ueber gelbliche und roetliche Farbtoene, der vulkanische Ursprung ist vielfach erahnbar.

Hier durch ein braungetoentes Busfenster fotografiert:

in der Ferne der Vulkan:

Der Moloch Lima mit seinen fast 10 Millionen Einwohnern liegt gaenzlich im Nebelbereich und man fragt sich schon, was all die dort eingesperrten Menschen dort hinzieht oder haelt. In Suedamerika ist die Landflucht auch stark darauf zurueck zu fuehren, dass grosse Unternehmen Land aufkaufen, z.B. fuer Monokulturen oder Viehzucht zur Fleischproduktion, und die Bewohner dann von dort vertreiben, gerade im Amazonasgebiet. Und die Leute wandern dann ueber tausende von Kilometern nach Sao Paolo oder eben Lima mit der Hoffnung auf Arbeit.

In Arequipa begruesst uns neues Leben: alle Busgesellschaften sind zentral an einem einzigen Terminal organisiert statt ueber die sTadt verteilt, und: Menschen laecheln uns an! Was fuer eine Erfahrung nach der In-sich-gekehrtheit der Kuestenbewohner Perus, die oft einen herben Zug im Gesicht zu haben scheinen. Die Menschen hier laecheln, gruessen – eine unmittelbare Menschlichkeit umfaengt uns.

Die Casa de Avilla

In der Casa de Avilla fallen wir nieder, haengen die Seele aus in deren herrlichem Garten, sehen dort Schildkroeten und Kolibries zu – und tun gar nichts, nischta, nothing. Pause. Ferien vom Ferien machen und Reisen.

Hier nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem Garten, der herrliche Liegemoeglichkeiten bietet!

Und die Berge in der Ferne!