Die Islas Bellavistas bei Pisco – Erinnerung an arktisches Leben im Humboldtstrom!

Ein perfekter Ausflug, aber weh, die Organisation…

Wer Touren gewoehnt ist, die nach Gruppencharakter organisiert sind, wird auch mit diesen Bootsausfluegen zu den „Galappagosinseln fuer Arme“ zurecht kommen. Individualtouristen, die wissen, dass in diesem Land absolut kein Kontakt ohne eine Begruessung stattfindent, ist die Art, wie man hier als Schafherde mit Geld auf 2 Beinen herumgeschubst wird, in der positivsten Bezeichnung noch mit „ueberraschend“ zu kennzeichnen. Man koennte an der Abfertigung auch eine Aehnlichkeit zwischen Touristen und Guano erkennen: Beides muss man zusammenkratzen, ist Gold wert und muss auf Boote verfrachtet werden.

An der Kueste vor Pisco entlang, in ihren trostlosen Nebel gehuellt, ziehen sich nicht etwa kleinere Ansiedlungen und Fischerboote, nein. Die Wueste beherbergt industrielle Grossunternehmen: die Fischverarbeitungsanlagen mit ihren riesigen runden Behaeltern unterscheiden sich optisch kaum von denen der benachbarten Oelraffinerie, die Behaelter und Anlagen scheinen dieselben. Am Landungssteeg mit den sehr modernen Ausflugsschnellbootetn (2×150 PS), werden in absolut undurchsichtiger Organisation etwas 150-200 Touristen in wild verlaufenden Linien „geordnet“ und dabei zum Teil kommentarlos angefasst und herumgeschubst. Eine nette Anzahl von Panfloetenblaesern, Trommlern, Pelikan-fuers-Foto-Fuetterern, Kettenverkaufern und anderen Gestalten machen den fruehen Nebelmorgen perfekt. Zu der bereits vorab bezahlten Tour darf mann dann noch 1 SL „Landungsstegtax“ bezahlen, damit man ueberhaupt bis zum Boot kommen kann. Wir hatten bedauerlicherweise gerade kein Geld dabei…

Die Tour selber ist perfekt:

Moderne Boote, mehrsprachige Fuehrer, gute Ausruestung, alles vermutlich zentral organisiert. Hier sind die Bilder dessen, was man zu sehen bekommt:

Einmal hier Pelikan-fuettern

Hier vom Boot aus zu sehen der „Kandelaber“ el candelabro, eine Struktur wie die beruehmten Nazca-Linien in den sandigen Huegel gekratzt, 150 x 50 Meter gross:

Und dann die phantastische Tierwelt auf den Inseln….: der 2. Versuch des Bilderaufladens nun war Erfolgreich!

So, geschafft. Was hier jetzt fehlt, weil es nicht fotografierbar ist, sind die Vorgelschwaerme, die jagend ueber dem Meer kreisen. Immer wieder losen sich gleich 4 oder 5 Tiere aus dem Schwarm und stuerzen sich gleichzeitig in die Tiefe. Im letzten Moment ziehen sie die Fluegel ein, dann erinnern nur noch die Fontaenen im Wasser an ihren Einschlag. Kurz darauf kommen sie wieder hoch und fliegen weiter, als ob nichts war. Sehr beeindruckend zu sehen. Auch der tauchende und spielende Seeloewe liess sich nicht ablichten, er war zu schnell.

Und so weiter. Mittlerweile sind wir in Arequipa, 12 Stunde Busfahrt weiter, aber eine andere Welt. Davon demnaechst.

Liebe Gruesse an Alle!