Guayaquil – Hafenstadt am Aequator

Ja, nun geht das wieder los – ae, oe, ue und ss – Tastaturen aus dem vorigen Jahrhundert, im wahrsten Sinne des Wortes zum Reinschlagen, Computer von anno dazumal, und das Googlesuchverzeichnis voll von Seiten zu Rammeleien, egal was man sucht (die Trefferlisten scheinen wohl Laenderspezifisch zusammengestellt zu werden…?). Na, alle Fehler und „aes“ muss ich dann beim Heimkommen korrigieren. Bis dahin heisst es raten – auf den meisten Tasten dieser Tastatur kleben kleine Zettel mit den Buchstaben – auf den Meisten zumindest, den Rest muss man mutig schaetzen.

Schon die ersten Tage zeigen, dass ich auf dem Blog hier nur Momentaufnahmen zeichnen kann. Die ausfuehrlicheren Fassungen kommen dann im Herbst auf die Website. Auch das mit dem Hochladen von Bildern ist ein absolutes Abenteuer und eher Zufallstreffer, das werde ich dann auch spaeter ergaenzen. Empfohlen sei zunaechst der sehr ausfuehrliche Wikipediaartikel, de rein besseres Bild von der Stadt zeichnet, mit deutlich besseren Bildern.

Guayaquil ist eine Millionenstadt in Equador und unser Sprungbrett an die Kueste. Die Stadt ist mit einem Raster voellig gerader Strassen angelegt. 2 davon gelten als sicher: die Strasse des 9. Oktober tagsueber sowie der Malechon 2000, dieser sogar nachts. Beide zusammen bilden ein T, alle Wege bestimmen sich nach der Frage, wie weit man von den sicheren T-Linien weg muss. Es gibt mittlerweise eine Art von Ghettosiedlungen: einerseits fuer die Reichen wie auch Slums fuer die Armen, letztere ueberwiegen. Ich haette mich darin ja gerne umgeschaut. Aber mein Hotel hat keine Safes und im Moment binich alleine hier. Zudem ist das Expresskidnapping ein echtes Argument gegen allzu neugierige Nasen.

Guayaquil liegt am Fluss Guayas, der Malechon 2000 bildet eine Art Strandpromenade – denn der in den Anden entspringende Fluss, obwohl nur etwa 100 Km lang, ist an dieser Stelle schon mehrere Kilometer breit – enorm, was da an Wasser runter kommt. Und: er ist den Gezeiten unterworfen, obgleich etliche zig Kilometer weg vom Meer. In den vergangenen Jahren hat die Stadt etliches unternommen, um ihren hinsichtlich der Kriminalitaet erstaunlich schlechten Ruf zu verbessern. „Sicher“ ist natuerlich relativ. Wenn man schaut, wie die Leute selber hier leben, sagt das aber viel:

Die Strasse des 9. Oktober

Die Strasse des 9. Oktober ist die einzige wirklich belebte Strasse der Innenstadt. Horden von Polizisten sichern die Strasse. Vor jedem Geschaeft stehen Wachmaenner und selbst hier sind viele Laeden mit Gittern gesichert. Die hier herumlaufenden Leute sind ordentlich gekleidet und tragen ihre Taschen sehr dicht am Leib. Vereinzelt sieht man zwar mp3-player oder auch mal ein Handy – aber Einheimische warden wohl weniger schnell beklaut als Touristen, da mag etwas wie ein Ehrenkodex gelten. In der Parallelstarasse bereits ist Ende, tote Hose. Die vereinzelt herumsitzenden Haendler schauen mir nach, einer pfeift aufgeregt nach einem Freund, wie er mich sieht.

Der Malechon 2000 in Guayaquil

Auch der Malechon, oben im Bild, ist eng bewacht und zur parallel laufenden Strasse hin vergittert. Aber die Leute bummeln hier entspannt, Armut sieht man keine.

Der Minipark des Herrn Boliviar wie auch der andere Park im Zentrum (hier oben im Bild) beherbergt diese Leguane – hauptsaechlich wohl als Touristenattraktion, den anderswo sieht man sie nicht. Sogar Tieraerzte kuemmern sich um die Reptilien.

Mit diesem netten Exemplar teile ich mein Ost – etwas, was ich selber noch nie gesehen habe, schmeckt aber lecker. Die Menschen hier reden mit den Tierchen wie mit lieben Kleinen, die werden auch gestreichelt.

Tieraerzte im Park de Boliviar in Guayaquil

Am Nachmittag ist ein Auflauf auf dem Malechon 2000: es gibt gleich mehrere Festivitaeten. Guayaguil wird 88 Jahre alt – oder so aehnlich zumindest. Sodann hat Herr Boliviar morgen Geburtstag und noch irgendwas passiert. Es heisst, die Stadt stehe Kopf. so wird das Hauptdenkmal verziert, Kinder singen, ein Redner spricht, und parallel zeigt die Kuestenwache, was sie drauf hat: In James-Bond-Manier werden, Schiffe verfolgt, Leute aus dem Hubschrauber geschmissen und von Booten neu gerettet, ein Feuerwehrboot beregnet das Wasser und 3 Flieger fliegen Formation. Am Ende verschiesst ein Frachter am helligten Tage ein Feuerwerk – der Malechon ist zwar AUCH nachts sicher – aber eben nur der Malechon, und irgendwie muss man da ja auch hinkommen…

Feuerwerk am Tage am Malechon 2000 in Guayaquil…..

Na, was ich hier jetzt an Bildern und Videos von der Hubschrauberverfolgung nicht einbinden kann, kommt dann spaeter irgendwann. Da ich mich hier vor allem um unser Weiterkommen und um meinen Jetlag kuemmere, ist die Ausbeute an Text fuer heute beschraenkt.

Die Leute staunen ein bischen ueber eine Touristen-Frau alleine, sind aber vielfach sehr hoeflich und freundlich, bemueht und hilfsbereit. Insbesondere fuer die notwendigen Sicherheitsfragen haben sie ein feines Gespuer, man merkt, dss diese Diebereien nicht unbedingt den Rueckhalt in der Bevoelkerung haben. Bislang haben die Taxifahrer absolut vertrauenswuerdig gehandelt, zu faieren Preisen. Allerdings haben sie wohl auch gemerkt, dass ich nicht ganz neu bin was Reisen betrifft. Alle Menschen, mit denen ich bislang zu tun hatte, zeichneten sich durch eine grosse Ruhe und hilfsbereitschaft aus, eine ruhige Herzlichkeit strahlt von ihnen aus. In sofern sind wir auch positiv ueberrascht!

Allen zu Hause gebliebenen liebe Gruesse vom Aequator!